Thermische Entlackung

Beim thermischen Entlacken im Pyrolyseofen wird die Karosserie unter Sauerstoffausschluss sehr hohen Temperaturen von bis zu maximal 400 °C ausgesetzt. Das Verfahren wird daher auch als „Schwelpyrolyse“ bezeichnet. Alle organischen Materialien, welche sich noch an der Karosserie befinden, wie Lack, Spachtel und Unterbodenschutz werden dabei zersetzt, sodass lediglich die reine Stahlkarosserie bestehen bleibt. Die Nachbehandlung ist analog zu jener bei der chemischen Entlackung. Die Karosserie wird mit einem Hochdruckreiniger gewaschen, in einem Tauchbad nachentlackt, in einer phosphorhaltigen Lösung entrostet und anschließend neutralisiert. In diesem Zustand kann dann die KTL durchgeführt werden.

Da Anbauten aus Aluminium, Verklebungen oder Kunststoffteile der Pyrolyse nicht standhalten, sind Karosserien in Materialmischbauweise, also z. B. aus einem Stahl-Aluminium-Werkstoffverbund nicht für dieses Verfahren geeignet. Für viele Klassiker und Oldtimer bietet sich das thermische Entlacken jedoch umso mehr an. Das Verfahren ist günstiger, schneller und ressourcenschonender als herkömmliche Verfahren.