Technik

Strom oder Druckluft?

Viele Geräte im Lackierbetrieb können mit Strom oder Druckluft betrieben werden.  Wir untersuchen Vor- und Nachteile beider Energiearten

Grundsätzlich gibt es in der Verteilung der mit Strom oder Druckluft betriebenen Schleifmaschinen Unterschiede je nach Region und Land. Bei größeren Autolackierereien oder Karosseriebaubetrieben mit Lackierabteilung geht die Tendenz in Deutschland eher zur Druckluft. Das liegt unter anderem an den Sicherheitsbestimmungen. So gibt es Einsatzbereiche, bei denen die Bearbeitung mit elektrisch betriebenen Geräten gar nicht zugelassen oder zumindest nicht empfehlenswert ist. Dazu zählen Automobilindustrie und Luftfahrt. Auch Lackier- und Karosseriefachbetriebe, die sich zunehmend mit dem Thema Aluminiumschleifen beschäftigen, sind hier betroffen.

Das sind die Vor- und Nachteile von strombetriebenen Maschinen

Im Ergebnis selbst, in der Effizienz und in der Oberflächengüte gibt es grundsätzlich keine Unterschiede, ob die Arbeit mit Strom oder Druckluft verrichtet wurde.
Das sind die Vorteile von elektrisch betriebenen Geräte:
  • Laufende Energiekosten sind deutlich niedriger als bei Druckluftgeräten.
  • Niedrigerer Geräuschpegel.
  • Sehr geringe Vibration der Maschine.
  • Dank Elektronik liefern die Exzenterschleifer konstante Leistung, die stufenlos angepasst werden kann.
  • Unabhängigkeit von Druckluft.
Dem stehen folgen Nachteile entgegen:
  • Gefahr von Kabelbrüchen, Kohlewechsel ist evtl. häufiger notwendig.
  • Generell reparaturanfällig (kommt auf die Einsatzdauer an).
  • Bei Dauerbetrieb evtl. Erwärmung der Geräte.
  • Geräte sind in der Regel etwas schwerer als die Druckluftgeräte.
Die Gefahr, dass zu große Power zur Verfügung steht und durchgeschliffen wird, besteht bei Strom-Geräten mit Drehzahlregelung dagegen nicht. Zu beachten ist jedoch, dass aus Gründen des Explosionsschutzes zum Schleifen von Aluminium nur Druckluftwerkzeuge zu verwenden sind.

Das sind die Vor- und Nachteile von druckluftbetriebenen Geräten

Die Vorteile von druckluftbetriebenen Geräten:

  • Sie sind grundsätzlich auf eine höhere Lebensdauer ausgelegt.
  • Geringes Gewicht und kompakte Bauweise.
  • Reparaturfreundlich, kleine Reparaturen kann man selbst ausführen. Bei Elektrogeräten ist dies nicht erlaubt, weil sonst die Garantie erlischt.
  • Sie sind in der Regel ergonomischer.
  • Sie sind wartungsarm (nur Lamellenwechsel)
  • Sie entsprechen, je nach Situation, den Sicherheitsrichtlinien (in ATEX-Zonen einsetzbar).
  • Totmann-Schalter für problemlose, sichere Handhabung
Die Nachteile bei druckluftbetriebenen Geräten:
  • Die Energiekosten liegen um einiges höher.
  • Die Anschaffungskosten sind grundsätzlich höher. Denn neben den Geräten für die Druckluftversorgung müssen auch ein entsprechend abgestimmter Kompressor und ein Kältetrockner gekauft werden.

Wie viel Druckluft ist nötig?

Kompressoren sind in Lackierbetrieben immer vorhanden, da Druckluft für das Aus- und Abblasen von Oberflächenobjekten, für die Nutzung von Spritzpistolen, Reinigungsgeräten, Papierpressen etc. benötigt wird. Bei der Einrichtung von druckluftbetriebenen Schleifarbeitsplätzen wird zusätzlich in ausreichendem Maße Druckluft benötigt. Damit der Lackierer in der Spritzkabine beim Lackauftrag keine Probleme auf Grund absinkenden Drucks bekommt, muss die erforderliche Druckluftmenge ermittelt werden.
Eine Möglichkeit, um den individuellen Luftbedarf zu errechnen, bietet SATA unter https://www.sata.com/index.php?id=luftbedarf . Für die Ermittlung der richtigen Dimensionierung der Druckluftmenge stehen auch die Hersteller von Kompressoren wie Schneider, Alup, Atlas Copco, Boge, Kaeser und Mahle zur Verfügung.

Und beim Polieren – Strom oder Druckluft?

In vielen Betrieben sind druckluftbetriebene Poliermaschinen im Einsatz, allerdings vorwiegend im Finish-Bereich mit 80 mm Polierteller. Bei großflächigen Polierarbeiten (im Finish-Bereich oder bei der Aufbereitung) mit 150 mm Polierteller-Durchmesser sind hauptsächlich Elektromaschinen im Einsatz. Gründe dafür sind insbesondere die einstellbare Drehleistung und der deutlich niedrigere Energiebedarf. Bei Elektropoliergeräten sind Drehzahleinstellungen ab 700 Umdrehungen möglich, wohingegen dies bei druckluftbetriebenen Poliermaschinen kaum möglich ist. Speziell bei Poliermaschinen spielen auch Akku-betriebene Geräte eine immer größere Rolle, natürlich in Abhängigkeit von der Größe der zu bearbeitenden Fläche.

Unser Fazit

Die Frage „Strom oder Druckluft“ kann nicht generell, sondern nur je nach Einzelfall beantwortet werden. Klar ist, dass der Energieverbrauch von druckluftbetriebenen Geräten den der strombetriebenen Maschinen um einiges übersteigt. Der Trend scheint derzeit in Richtung Strom zu gehen. Im harten Werkstatteinsatz sind allerdings oft noch andere Dinge gefragt – zum Beispiel der geringe Wartungsaufwand und die Langlebigkeit im industriellen wie auch im handwerklichen Dauereinsatz.

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