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Polierpads für die Fahrzeugaufbereitung - So gelingt das Finish

Polierpads
Das Know-how steckt im Pad

Polierpads tragen entscheidend zur Qualität des Arbeitsergebnisses bei.

Wenn vom Polieren die Rede ist, hat jeder Lackierer sein Geheimnis: Ein Produkt, auf das er schwört, eine spezielle Schleifpaste, eine Politur oder ein Wachs. Mindestens ebenso wichtig wie das Poliermedium ist jedoch der Polieraufsatz. Bei der der Wahl des Polierpads entscheidet sich, ob schnell oder langsam gearbeitet wird, wie viel Nacharbeit notwendig ist, und ob ein Hologramm-freies Ergebnis erzielt werden kann. Welche Polieraufsätze gibt es, und wie unterscheiden sie sich?

Schaumstoff, Filz oder Fell
Polierpads unterscheiden sich in Größe, Material und Form – und vor allem in ihrer Funktionalität und Abrasivität. Grundsätzlich gibt es drei Arten von Polierpads.
  • Schaumstoff ist mit rund 80 Prozent Marktanteil das verbreitetste Ausgangsmaterial. Schaumstoff-Pads werden vom feinen bis zum groben Polieren eingesetzt.
  • Lammfell-Pads werden heute, meist für das grobe Polieren, zu knapp 20 Prozent eingesetzt.
  • Eher exotisch sind mittlerweile Filzpads.
Einer weitläufig verbreiteten Fehleinschätzung bezüglich der Polierpads unterliegt immer wieder das Lammfell. Es ist das abrasivste Polierpad, also das Pad mit der höchsten Schleifwirkung, das wir kennen. Die Ursache dafür ist, dass das Fell durch die langen Lammfellfasern mehr Paste aufnehmen kann als jedes andere Pad. So steht beim Poliervorgang ständig neues aggressives Material zur Verfügung.
Ein Vorteil des Lammfells ist außerdem die geringe Hitzeentwicklung beim Polieren durch die natürlichen Wollfasern. Daher eignet es sich sehr gut, um lackierte Kunststoffteile zu polieren.
Filzpads können zum sehr groben Polieren eingesetzt werden. Weil sie sehr viel Hitze erzeugen und dazu sehr Hologramm-anfällig sind, trifft man sie in der Praxis aber kaum mehr an.
Beim rauen Schwamm ist die Abrasivität deutlich geringer als beim Fell. Die recht grobe Schaumstruktur kann viel Schmutz bzw. oxidierte Lackpartikel aufnehmen. Auch der raue Schwamm eignet sich besonders für die Fahrzeugaufbereitung.
Der Universal-Schwamm wird gerne im Lackfinish zum Bearbeiten von Fehlstellen eingesetzt. Er eignet sich bestens zur Beseitigung von Hologrammen auf dunklen Lacken, aber auch das Auftragen von Wachsen und Lackversiegelungen ist durch die feine und dennoch recht harte Schaumbeschaffenheit sehr gut möglich.
Das Waffel-Polierpad eignet sich zum Entfernen leichter Hologramme. Der Waffelstruktur wird oft zu Gute gehalten, dass sie für Kühlung sorgt. Hauptsächlicher Vorteil ist aber, dass beim Polieren weniger Schleuderverlust an Politur erfolgt.
Pflege des Pads
Nicht nur auf die die Wahl des passenden Pads kommt es an, auch der richtige Umgang mit dem Schleifaufsatz ist wichtig, um dauerhaft gute Ergebnisse zu erzielen. So sollte das Pad stets sauber sein. Immer, wenn es während des Polierens zu stauben oder zu verkleben beginnt, ist das Pad daher von Schmutz und verbrauchtem Poliermittel zu befreien. Am besten setzt man hierzu eine Reinigungsbürste ein – einfach bei geringer Drehzahl die Bürste auf das rotierende Pad drücken und so ausbürsten. Nach Beendigung des Polierens können alle Pads mit Wasser und ein wenig Reiniger ausgewaschen werden.
Beim Lammfell sollte danach das Pad nass wieder auf den Polierteller geheftet werden, da es sonst seine Form verliert und schrumpft. Ebenso wichtig wie die Pflege des benutzten Pads ist das „Einarbeiten“ eines neuen. Ob Schwamm, Fell oder Mikrofaser – beim Einsatz eines neuen Polierpads sind einige Punkte zu beachten.
Gut einarbeiten
  • 1. Jedes neue Pad sollte gleichmäßig über die gesamte Fläche dünn mit der zu verarbeitenden Schleifpaste benetzt sein. Jede Stelle des Pads, die nicht mit Politur beschichtet ist, kann nämlich zu mikrofeinen Kratzern führen.
  • 2. Nun sollte die Schleifcreme mit dem Pad auf der Lackfläche gleichmäßig punktuell verteilt und verrieben werden, ohne dabei die Maschine zu starten. Ziel ist es, auf der gesamten Fläche unverbrauchte Schleifpaste zur Verfügung zu haben, um einen gleichmäßigen Abtrag zu gewährleisten.
  • 3. Die Maschine mit Pad sollte man dann plan auf die zu bearbeitende Fläche aufsetzen, dabei den Drehzahlregler kontrollieren. Ist die richtige Drehzahl eingestellt?
  • 5. Nun kann mit dem eigentlichen Polieren begonnen und die Maschine gestartet werden.
  • 6. Es ist jetzt im Kreuzgang zu arbeiten. Die Größe der Fläche sollte immer so gewählt sein, das sie von einer Position gut zu bearbeiten ist.
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