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Schichtarbeit für Kfz-Betriebe: maßnahmen in der Corona-Krise

Interview zur Schichtarbeit
Schicht für Schicht

Schichtarbeit kann in der Coronakrise eine Maßnahme sein, um Risiken zu minimieren und Kapazitäten auszulasten.

Quelle: Repanet

Auf Schichtbetrieb umstellen oder ganz normal weiterarbeiten? Eine der vielen Fragen, die gerade auf der Agenda vieler Betriebe stehen. Einerseits ist Schichtbetrieb eine Möglichkeit, um das Risiko zu minimieren, bei einer Corona-Erkrankung eines Mitarbeiters gleich alle nach Hause schicken zu müssen. Andererseits bietet Schichtbetrieb die Chance, die vorhandenen Kapazitäten besser auszulasten. Wir haben für Sie im Repanet-Betrieb Krause Karosserie im nordrhein-westfälischen Neuss nachgefragt, wie die Umstellung auf ein Zwei-Schicht-System beim Team ankam und welche Effekte sich nebenbei einstellen. Bei Krause gilt seit Anfang April Schichtbetrieb. Seine 50 Mitarbeiter hat Geschäftsführer Werner Krause in zwei Teams aufgeteilt. Die finden’s gut – und haben obendrein kreative Lösungen parat, etwa wenn es um die Übergabe geht. Lesen Sie hier das Interview mit Werner Krause.

Werner Krause: „Dass wir auf diese Weise das Infektionsrisiko mindern, lag für alle auf der Hand.“

Herr Krause, bei Ihnen ist die erste Woche Schichtarbeit um. Wie läufts?

Es läuft gut. Zunächst mal war es hervorragend, dass meine Mitarbeiter die Umstellung direkt akzeptiert haben. Denn dass wir auf diese Weise das Infektionsrisiko mindern, lag für alle auf der Hand. Und ich freue mich sehr, dass meine Teams so kreative Lösungen für alles finden.

Zum Beispiel?

Von Früh- nach Spätschicht ist eine Übergabe nötig. Beide Schichten begegnen sich aber nicht, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Also gehen die Kollegen hin und informieren die Kollegen am Ende der Schicht mit ihren Smartphones per Foto oder Video. Etwa: Was muss bei diesem Fahrzeug noch gemacht werden, worauf ist bei jenem speziell zu achten?

Dann bleiben Ihre Mitarbeiter also trotz räumlicher Trennung in Kontakt?

Werner Krause: Ganz genau, das ist ein guter Nebeneffekt in dieser nicht einfachen Zeit. Man bleibt miteinander im Gespräch. Gleichzeitig ist aber sichergestellt, dass jeder Mitarbeiter während der Arbeit ausreichend räumlichen Abstand zu den anderen halten kann. Denn ob 50 oder 25 in der Halle sind – das macht einen großen Unterschied.

Wie sind aktuell die Arbeitszeiten bei Ihnen?

Ich habe für meine Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt. Die Arbeitszeit war in der vergangenen Woche um 30 Prozent reduziert. Ab dieser Woche um 50 Prozent. Somit arbeitet die erste Schicht von 07.00h bis 12.00h und die zweite Schicht von 13.00h bis 17.00h. Mittags nutzen wir die Möglichkeit, um Oberflächen, die alle berühren, zu desinfizieren; zum Beispiel Türklinken.

Gibt es negative Effekte bei der Schichtarbeit?

Bis auf den fehlenden Sozialkontakt der Schichten untereinander kann Ihnen keine nennen. Ich bin froh, dass ich auf diese Weise den Betrieb am Laufen halten kann und meinen Geschäftspartnern signalisiere, dass wir alles tun, um unsere Betriebsbereitschaft zuverlässig aufrecht zu erhalten. Sollte in einem Team ein Kollege mit dem Corona-Virus infiziert werden, muss ich nur 25 und nicht gleich alle 50 Mitarbeiter nach Hause schicken. Mir ist aber vor allem wichtig, dass ich als Geschäftsführer bestmöglich für die Gesundheit meiner Mitarbeiter sorge.

Wie reagieren Ihre Geschäftspartner?

Sehr positiv. Insgesamt erlebe ich gerade eine beispiellose Solidarität unter den Marktteilnehmern. Man hilft sich, wo man kann, sei es von Seiten der Versicherungen, der Leasinggesellschaften, der Privatkunden und der Lieferanten. ■

www.krause-karosserie.de

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