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Erster Automechanika-Talk: die Folgen von Corona für den Aftermarket

Automechanika-Talk
Let’s talk Business

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Der erste Talk fand am 30. Oktober als digitales Event zum Thema Corona und die Folgen für den Aftermarket statt. (Foto: Automechanika)

Die neue Talkreihe „Automechanika – Let’s talk Business“ bringt internationale Key Player, Verbände und Supporter aus dem Automotive Aftermarket zusammen, um aktuelle Themen zu diskutieren.

Beim ersten Web-Talk am 30. Oktober tauschten sich führende internationale Zulieferer über die Folgen von Corona für den Aftermarket und die Herausforderungen der Lieferketten aus. Als Gäste mit dabei waren Manfred Baden, President Automotive Aftermarket Robert Bosch GmbH, Rolf Sudmann, Executive Vice President ContiTech, Jean-Francois Bouveyron, Vice President Aftermarket EMEA Delphi Technologies Aftermarket, Michael Söding, CEO Automotive Aftermarket Schaeffler AG und Helmut Ernst, Senior Vice President Aftermarket ZF AG.

Robuster Aftermarket – im Vergleich

Bei dem Talk zeichnete sich ab, dass die Corona-Pandemie die Automobilindustrie und die Zulieferer unvorbereitet getroffen hat. „Wir befinden uns in einer Krise, die wahrscheinlich einmalig ist, […] und haben in den letzten Monaten eine geschäftliche Achterbahnfahrt erlebt“, konstatierte Jean-Francois Bouveyron, Vice President Aftermarket EMEA Delphi Technologies Aftermarket, und führte weiter aus: „Während unser Geschäft im März dramatisch einbrach, wurde in den Sommermonaten eine deutliche Erholung verzeichnet. Daraus wurde für mich ersichtlich, wie robust der Aftermarket beispielsweise im Vergleich zum OE-Markt ist.“

Und Rolf Sudmann, Executive Vice President ContiTech, ergänzte: „Wie viele Teilehersteller müssen wir mit hochkomplexen globalen Lieferketten zurechtkommen. Ehrlich gesagt, erwies sich dieses weitverzweigte System im Frühjahr, als wir uns alle zum ersten Mal der Corona-Krise stellen mussten, als nicht besonders stabil.“ Teilweise wurde die Produktion heruntergefahren und die Unternehmen waren mit der Herausforderung konfrontiert, wie man mit steigenden und ungeplanten Aufträgen umgeht.

Doch insgesamt zeichnet sich ab, dass sich die Zuliefererindustrie nach dem ersten Quartal langsam wieder erholt und die Unternehmen aus der Situation, ausgelöst durch die Corona-Pandemie und die weltweiten Lockdowns, ihre Lehren gezogen haben. Dazu Rolf Sudmann: „Wir haben die Zeit genutzt, um unser Lieferkettenmanagement und die dazugehörigen Abläufe zu verbessern. Dabei haben wir die Zusammenarbeit mit vielen unserer internationalen Partner verstärkt, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Prognosen. Deshalb blicke ich optimistisch in die Zukunft.“

Die Lieferketten von Bosch waren vergleichsweise stabil, was dem Unternehmen nun auch in der aktuellen Situation hilft: „Trotz der schwierigen Lage konnten wir bei Bosch unsere Lieferketten durchgängig aufrechterhalten. Damit hatten wir eine gute Grundlage für die Anlaufphase in den letzten Monaten. Heute können wir sagen, dass sich die Nachfrage in fast allen Produktbereichen des Aftermarkets wieder deutlich verbessert hat“, erklärt Manfred Baden, President Automotive Aftermarket Robert Bosch GmbH.

Krisenmanagement enorm wichtig

Darüber hinaus waren sich die Teilnehmer des Talks einig, dass ein elaboriertes Krisenmanagement unerlässlich sei. „Ein wirklich umfassendes Krisenmanagement ist von zentraler Bedeutung“, erklärte Michael Söding, CEO Automotive Aftermarket Schaeffler AG. So müsse man alles dafür tun, um einen Shutdown in der Produktion und der Logistik, hervorgerufen durch mit Corona infizierte Mitarbeiter, zu vermeiden. „Die Gesundheit und Sicherheit aller unserer Mitarbeiter muss für uns im Fokus stehen“, so Michael Söding weiter. Zusätzlich wurde hervorgehoben, dass ein enger Austausch und Kontakt mit den Kunden extrem wichtig sei, um ein besseres Forecasting betreiben und schnell und flexibel auf sich ändernde Situationen reagieren zu können. Helmut Ernst, Senior Vice President Aftermarket ZF AG, betonte, dass Covid-19 als ein Beschleuniger wirke, der Konsolidierungen in der Branche nochmal einen zusätzlichen Schub verleiht: „Die Corona-Pandemie führt neben der Elektromobilität und Kapitalengpässen vermehrt zu Konsolidierungen.“

Keine Prognose möglich

Prognosen für die Zukunft in der aktuellen Situation wagt kaum jemand. „Aufgrund der wieder steigenden Zahl der Corona-Fälle weltweit sind derzeit keine Zukunftsprognosen möglich“, erklärt Manfred Baden und weiter: „Wir müssen die Situation genau beobachten und frühzeitig den Moment erkennen, in dem weitere Maßnahmen nötig sind.“ Ähnlich sieht es auch Jean-Francois Bouveyron: „Die Situation verlangt, dass wir extrem agil sind. Eine zweite Welle steht uns bevor und es herrscht große Unsicherheit, was die Lage am Jahresende anbelangt.“ ■

www.automechanika.com/lets-talk-business

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