Mit Durchblick zu mehr Geschäft

Autoglas ist eine ebenso sinnvolle wie notwendige Ergänzung des Kerngeschäfts

Sven-Olaf Jung

Auch wenn es bei der aktuellen Auslastungssituation in Karosserie- und Lackierfachbetrieben schwer zu glauben ist, gehen Experten davon aus, dass es in den kommenden Jahren zu starken Rückgängen bei Struktur- und Kleinschäden kommen wird. Das wirkt sich vor allem auf das Geschäft freier Werkstätten aus, die sich perspektivisch die Frage stellen müssen, wie sie ihren Betrieb zukunftssicher aufstellen. Hier kann der Einstieg in das Thema Autoglas eine sinnvolle Ergänzung sein. Doch die technologischen Veränderungen am Fahrzeug sorgen für erhöhten Investitionsbedarf. Darauf müssen sich sowohl Betriebe, die bereits in diesem Feld aktiv sind, als auch solche, die den Einstieg ins Geschäft planen, einstellen.

Der Einstieg war nur logisch

René Krüger betreibt in Rathenow den Betrieb Auto-Service Krüger, wo er Lack-, Karosserie-, Mechanik- und seit 13 Jahren auch Autoglas-Leistungen anbietet. Der Einstieg ins Glasgeschäft war für ihn ein logischer Schritt: „Wir wollten uns breiter aufstellen und suchten damals nach einer Möglichkeit, unsere Karosseriebauer weiter auszulasten. Glas als Teil der Karosseriearbeiten war da aus unserer Sicht nur sinnvoll, da wir die Scheibe bei größeren Schäden ohnehin anpacken und Steinschläge auch bei kleineren Schäden am Fahrzeug bei der Fahrzeugreinigung finden. In beiden Fällen schaffen wir so zusätzliche Umsatzpotenziale.“ Positiver Nebeneffekt: Durch die Bearbeitung von Glasschäden bleibt der Umsatz im eigenen Betrieb, zudem spart Krüger die Vergabe an Fremddienstleister und reduziert damit Fahrtwege und Koordinationsaufwand.

Angefangen hat er zunächst mit einem Steinschlag-Reparaturset. „Wir kamen jedoch relativ schnell zu der Überzeugung, dass wir das Ganze etwas professioneller aufstellen müssen und wurden 2008 KS-Autoglas-Partner. Um jedoch mehr gesteuerte Schäden zu erhalten und so das Glasgeschäft in unserem Betrieb anzukurbeln, entschieden wir uns 2011 für den Start im Netzwerk der Innovation Group.“ Damals hatte der Stuttgarter Schadenmanager gerade das Franchise-System Wintec Autoglas übernommen. René Krüger unterstreicht: „Die Entscheidung für Innovation Group haben wir ganz bewusst getroffen, um mehr gesteuerte Aufträge zu erhalten – und die Rechnung ging auf.“

Schrittweise professionalisiert

Heute repariert und tauscht der Betrieb im Berliner Umland rund 200 Scheiben mit einem Umsatzvolumen von 100.000 Euro pro Jahr. Seit dem Beitritt zum Wintec Autoglas-Netzwerk hat sich die Zahl der gesteuerten Jobs kontinuierlich erhöht. 2017 kamen über 50 Prozent aller bei René Krüger bearbeiteten Glasschäden aus der Wintec Autoglas-Zentrale. Dabei hebt Krüger hervor: „Die Preise bei Autoglas lassen im Vergleich zum K+L-Geschäft noch eine Rendite zu“, erklärt Krüger, dessen 20-Mann-Betrieb heute rund zehn Prozent seines Umsatzes mit Glasreparaturen und dem Tausch von Scheiben erwirtschaftet.

Technischer Anspruch steigt

Doch das Geschäft wird zunehmend anspruchsvoller, Fahrerassistenzsysteme drängen bis in die kleinen Fahrzeugklassen, wodurch auch der Scheibentausch immer komplexer wird. Allein der Rückspiegelfuß beherbergt inzwischen so viel Technik, dass er in der Fachwelt gern auch als „Sensorfarm“ bezeichnet wird. Beim Autoglas-Lieferanten Pilkington geht man davon aus, dass bis 2021 etwa ein Fünftel aller Pkw im Fahrzeugbestand über Fahrerassistenzsysteme verfügt. Dabei geht schon heute bei vielen Fahrzeugen nichts mehr ohne die entsprechende Ausrüstung, mit der sich neben der Kalibrierung und Justierung nach einem Unfall auch die notwendigen Nachweise über eine ordnungsgemäße Reparatur erbringen lassen. Um das eigene Netz diesbezüglich zukunftssicher aufzustellen, sind bei Wintec Autoglas seit Anfang Juni alle Partner verpflichtet, selbst entsprechende Systeme wie das CSC-Tool von Hella Gutmann Solutions zu verwenden.

Support durch Dachmarke

Zudem treten Franchise-Nehmer wie René Krüger unter dem Dach der Marke Wintec Autoglas auf und profitieren von überregionalen Marketing-Aktionen, Schulungen sowie Agenturlisten bei Versicherern. Gleichzeitig bleiben sie aber weiterhin selbstständige Unternehmer und behalten ihren vor Ort etablierten Namen. Bestimmte Elemente in der Fassadengestaltung, wie das Wintec Autoglas-Logo und die Unternehmensfarben weisen auf das Netzwerk hin.

Weitere Informationen:
Wintec Autoglas AG
Tel.: 06431/983727
E-Mail: s.jung@wintec.de | www.wintec.de


„Umsatzgewinne für das eigene Unternehmen einbuchen“

Über die Chancen im Glasgeschäft und die Vorteile eines Systemverbunds in diesem Geschäftsfeld sprachen wir mit Stefan Schmadtke, Geschäftsführer Wintec Autoglas.

Herr Schmadtke, immer mehr K+L-
Betriebe sind im Glasgeschäft aktiv. Seltener als früher werden Aufträge an Spezialisten weitergegeben. Ist das auch Ihr Eindruck?

In der Tat ist festzustellen, dass immer mehr K+L-Betriebe in das Glasgeschäft einsteigen, um ihren Kunden Service aus einer Hand anzubieten, unabhängig zu arbeiten und mit dem Aufbau eigener Kompetenz in diesem Bereich zeitlich flexibler agieren zu können. Im Fokus des einen oder anderen Geschäftsführers steht zudem die wirtschaftliche Überlegung, Umsatzgewinne für das eigene Unternehmen einbuchen zu können, statt als Dienstleistungsrechnung an einen spezialisierten Subunternehmer.

Wo sehen Sie Gründe dafür, dass sich Werkstätten einem System wie Wintec Autoglas anschließen?

Das Thema Autoglas kann für Betriebe, die es hauptsächlich als „Mitnahmegeschäft“ betrachten, schnell zur Kostenfalle werden, da der geringe Durchsatz oft mit mangelnder Routine und Praxis einhergeht. Ganz zu schweigen von dem Sicherheitsrisiko, wenn etwa aufgrund ausstehender Investitionen keine sachgemäße Kalibrierung der Fahrerassistenzsysteme (FAS) möglich ist. Wintec Autoglas Partner sind diesbezüglich stabil aufgestellt. Ein weiterer wesentlicher Treiber sind die Versicherungsunternehmen, die ihre Schadenprozesse effizienter gestalten wollen, zum Beispiel indem sie die Zahl der Ansprechpartner im Schadenfall reduzieren. K+L-Betrieben wird so etwa nahegelegt, Arbeitsbereiche, die von Partnerunternehmen zugeliefert werden, nun selbst zu auszuführen. Diese Entwicklungen sind die zentralen Gründe, sich einem Spezialisten wie Wintec Autoglas anzuschließen und die Vorteile des Systemverbunds nutzen zu können – als eigenständiger Wintec Autoglas-Partner.

In welchen Bereichen ist Ihre Unterstützung am meisten gefragt?

Die meisten K+L-Bertriebe erwarten von uns eine Erleichterung in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Versicherern. Bei Wintec Autoglas finden sie dahingehend etablierte Strukturen und Kanäle sowie tiefgreifendes Know-how in der Prozessoptimierung. Partner profitieren zudem vom Support durch die Zentrale mit Vertriebsaktionen, Marketingmaßnahmen oder die Bereitstellung einer technischen Hotline bei Problemen mit Fahrzeugen, Materialbeschaffung oder Abrechnung. Schulungen zu technischen oder gesetzlichen Änderungen runden dieses Angebot ab. So haben wir aktuell beispielsweise alle Wintec Autoglas-Partner auf die neuen technischen Anforderungen bei der Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen vorbereitet, damit die Werkstatt sicher sein kann, dem Kunden ein 100 Prozent funktionsfähiges Fahrzeug zu übergeben. Versicherern erspart dies die Abwicklung mit Dritten und die damit einhergehenden Kosten. Der Kunde erhält sein Fahrzeug schneller zurück und spart sich durch die verwechselungsfrei erstellte und eingeklebte Umweltplakette einen zeitintensiven Gang zur Zulassungsstelle.

Stefan Schmadtke: „Das Thema Autoglas kann für Betriebe, die es hauptsächlich als „Mitnahmegeschäft“ betrachten, schnell zur Kostenfalle werden.“
Foto: Wintec Autoglas