Schleifen Technik

Strahlendes Ergebnis in kurzer Zeit

Bürk Karosserie und Lack setzt bei der Lackiervorbereitung auf mikrofeines Strahlen.

Michael Rehm

Niemand macht´s gerne, es kostet jede Menge Zeit und Nerven – und am Ende ist das Ergebnis trotz des ganzen Einsatzes nicht immer wie gewünscht. Die Rede ist vom lackierfertigen Vorbereiten von Stoßfängern, Felgen, Kühlergrills und anderen Fahrzeugteilen mit Sikken, Kanten und engen Zwischenräumen. Üblicherweise geschieht das händisch oder mit der Maschine, mit feinem Schleifpapier oder Pad. Kevin Bürk, Juniorchef von Bürk Karosserie und Lack in Winterbach, war der hohe Aufwand für die Teilevorbereitung schon seit längerem ein Dorn im Auge: „Wir haben bei der Optimierung unserer Prozesse die Kabinen- und Trocknungskapazität ständig erhöht, um das steigende Auftragsvolumen abzuarbeiten, aber in der Vorbereitung konnten wir nicht Schritt halten. Ein Grund dafür ist das zeitaufwendige Mattieren und Anschleifen von Teilen.“ Auf der Suche nach einer Lösung stieß er auf den „Bigboxblower“ der CARTEC Autotechnik Fuchs GmbH. Diese beschäftigt sich bereits seit längerem mit Werkzeugen zur Bearbeitung und Reparatur von Felgen und präsentierte vor einigen Jahren mit dem „Wheelblower“ eine Miniatur-Sandstrahlkabine, in der sich Felgen mattieren und damit lackierfertig vorbereiten lassen. Beim Begriff „Sandstrahlen“ zuckt Daniel Fuchs, Mitglied der Geschäftsleitung bei CARTEC Fuchs, allerdings leicht zusammen: „Das Wirbelstrom-Rotationsverfahren, das wir anwenden, hat mit herkömmlichem Sandstrahlen nur sehr wenig gemeinsam. Auch das Strahlmittel wurde speziell für unsere Zwecke entwickelt, um die richtige Balance zwischen der nötigen Aggressivität und der größtmöglichen Schonung der Oberflächen zu halten.“ Der auf der Automechanika 2018 erstmals präsentierte Bigboxblower ist nichts anderes als eine begehbare Version des Wheelblowers, also eine Strahlkabine für die Lackier- und Karosseriewerkstatt. Seit November steht ein solcher Bigboxblower bei Bürk. „Unser Fazit der ersten sechs Monate ist durchweg positiv“, erklärt Kevin Bürk. „Die Ergebnisse des Strahlens sind sehr überzeugend. Auch Teile mit sehr komplizierter Geometrie werden innerhalb von fünf bis acht Minuten bearbeitet – und zwar so, dass eine wirklich perfekte Haftung der Lackierung garantiert ist.“

Aufträge zusammenlegen

Natürlich war es notwendig, die Prozesse auf die neue Technologie in der Vorbereitung abzustimmen. „Wir nutzen den Bigboxblower hauptsächlich zum Vorbereiten von Stoßfängern, Motorhauben, kleineren Teilen wie Spiegelkappen und Industrieteilen“, berichtet Kevin Bürk. „Um die volle Zeitersparnis zu erzielen, legen wir Strahlarbeiten zusammen.
Ein erster Schwung von Stoßfängern wird gleich früh am morgen gestrahlt und dann weiterbearbeitet. Am frühen Nachmittag werden dann die Teile für den Rest des Arbeitstages oder für den nächsten Tag gestrahlt. Bei uns hat es sich als effizient erwiesen, ab einer Menge von vier Teilen den Bigboxblower anzuwerfen.“

Der Abstand entscheidet

Mehrere Mitarbeiter sind bei Bürk in der Lage, die Strahlkabine zu bedienen. „Im Grunde ist das Handling sehr einfach“, erklärt Daniel Fuchs. „Das Strahlmittel ist immer dasselbe und der Druck bleibt auch immer gleich. Die einzige Variable, mit der man das Ergebnis steuert, ist der Strahlabstand.“ Je näher man mit der Strahldüse ist, desto abrasiver ist die Wirkung. Insgesamt liegt die Spannweite der Abrasivität zwischen P400 und P1500. „Das Wirbelstrom-Rotationsverfahren garantiert dabei aber gleichmäßige Oberflächen“, betont Daniel Fuchs. „Die Wirkung ist im Zentrum des Strahls daher dieselbe wie am Rand.“

Das Substrat wird im Kreislauf geführt und dabei einem zweistufigen Filterungsprozess unterzogen: Zum einen werden somit grobe Verunreinigungen und Fremdkörper wie Steinchen ausgesondert, zum anderen wird Substrat, das im Laufe der Benutzung zu kleinkörnig geworden ist, aussortiert. So muss in regelmäßigen Abständen neues Substrat zugeführt werden. „Nach unseren Erkenntnissen reicht ein 25-Kilo-Sack Substrat für etwa 180 bis 200 Felgen, sodass pro Felge Substratkosten von etwa 70 Cent entstehen“, hat Daniel Fuchs errechnet. Ein zweiter Kostenfaktor beim Bigboxblower ist die Druckluft.

Druckluftversorgung sichern

1.700 Liter Druckluft verbraucht der Bigboxblower pro Minute. Das ist nicht wenig, sodass das Druckluftnetz so mancher Betriebe an seine Kapazitätsgrenze gelangen könnte – sowohl, was die reine Kompressorleistung angeht, als auch bei den Querschnitten der Druckluftleitungen. „Bei etwa der Hälfte der Betriebe, die sich bisher für den Bigboxblower interessiert haben, konnte die Kabine problemlos ans bestehende Netz angeschlossen werden“, berichtet Daniel Fuchs. Für die anderen Betriebe entwickelte CARTEC zwei Varianten: Eine mit einem separat aufgestellten eigenen Schraubenkompressor und eine, bei der eine komplette separate Druckluftversorgung in die „Big Box“, sprich in den Strahlcontainer integriert ist.

Einfache Rechnung

Bleibt die Frage nach dem Preis für den Bigboxblower. Der liegt bei rund 60.000 Euro, wahlweise auch bei 1.100 Euro Leasinggebühr pro Monat, schlüsselfertig geliefert, mit allen Anschlüssen, aber ohne eigenen Kompressor. Viel Geld, das sich laut einer Amortisationsrechnung von CARTEC jedoch recht zügig amortisiert. „Das Anschleifen eines herkömmlichen Stoßfängers kostet je nach Struktur und Design im Durchschnitt 40 Minuten“, erläutert Daniel Fuchs. „Bei einem Stundensatz von 100 Euro ergibt dies 66,66 Euro Arbeits- plus zwei Euro Schleifmittelkosten. Das Mattieren mit dem Bigboxblower dauert im Schnitt fünf Minuten. Bei demselben Stundenverrechnungssatz entstehen Arbeitskosten von nur 9,08 Euro plus Substratkosten von 75 Cent. Am Ende ergibt sich also eine Kosteneinsparung von fast 60 Euro pro Stoßfänger. Mit anderen Worten: Bei nur einem Stoßfänger pro Arbeitstag ist bereits die Leasingrate bezahlt.“

Kevin Bürk kann diese Rechnung nachvollziehen, macht aber noch eine zweite auf. „Die klassische Frage ‚Lohnt sich die Anschaffung einer Maschine, wenn sie mir soundsoviel Arbeitszeit erspart‘, hilft uns in Zeiten extremen Fachkräftemangels nicht wirklich weiter. Denn es gibt ja schlichtweg nicht die Leute, die die Arbeit leisten könnten. Unsere Überlegung ist ganz einfach: Wie schaffen wir es, eine begrenzte Zahl von Mitarbeitern möglichst effektiv einzusetzen, sodass wir in der Lage sind, unser Auftragsvolumen abzuarbeiten? Und da rechnet sich der Bigboxblower auf jeden Fall.“

Weitere Informationen:
CARTEC Autotechnik Fuchs
Tel.: 07181/4820880
info@cartec-systems.de
www.cartec-systems.de



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