Lackieranlagen Technik

Präzision im Vorfeld

Tiemo Sehon über aktuelle Trends bei der Planung von Lackieranlagen

Wenn es darum geht, einen neuen Betrieb zu planen, ist die Wahl der Lackieranlage von zentraler Bedeutung. Die Auslegung der Anlage, die Art und Weise, wie die Anlage in den Werkstattablauf integriert ist, sowie natürlich Kosten und Einsparpotenziale spielen für Karosserie- und Lackierbetriebe eine wichtige Rolle. Die Anforderungen und Wünsche der Anwender folgen dabei den Veränderungen der Branche. Welche langfristigen Trends hier zu beobachten sind, verrät Kabinenspezialist SEHON.

Prozess im Vordergrund

Ein perfektes Fahrzeugrouting zwischen Vorbereitung, Maskieren, Lackieren, Trocknen und Finish garantiert kurze Durchlaufzeiten und damit hohe Wirtschaftlichkeit. Sind die Kernprozesse im Ablauf nicht perfekt aufeinander abgestimmt, wird viel wertvolle Zeit zum Beispiel durch unnötiges Herumrangieren, Zwischenparken und lange Standzeiten der Fahrzeuge verschenkt. „Die Prozessplanung und -optimierung bietet neben dem Thema Energie die größten Einsparpotenziale für Lackier- und Karosseriebetriebe“, weiß Tiemo Sehon. „Bereits im Vorfeld wird heute sehr präzise auf die Prozesse geschaut, denn hier entscheidet sich dauerhaft der wirtschaftliche Erfolg eines Betriebes.“

Energie im Fokus

Lackierkabinen und Trockner sind die größten Energieverbraucher jedes Lackierbetriebs und gehören neben Personal und Material zu den größten Kostenblöcken. Deshalb gilt es beim Neubau, den Energieverbrauch von vornherein so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört, auf energiesparende Kabinen und Trockner zu setzen. Zusätzlich BHKW, Fotovoltaik und Solarthermie zu integrieren, ist ein weiterer Beitrag, die Energiekosten zu senken. „Bei nahezu allen Neuanlagen werden nicht nur Energiespar-Kabinen geplant, sondern vor allem auch der Einsatz von BHKW“, lautet Tiemo Sehons Erfahrung. „Diese Technologie hat sich in den letzten Jahren bewährt, weil wir dadurch den gesamten Betrieb – also nicht nur Kabine und Trockner – ins Energiemanagement einbeziehen können. Das führt dazu, dass nur noch ein geringer Anteil des Energiebedarfs des gesamten Betriebes zugekauft werden muss.“

Individualität gefragt

Ähnlich wie beim Autokauf, bei dem sich nahezu alle Ausstattungswünsche individuell konfigurieren lassen, wünschen sich Lackierbetriebe auch bei den Lackieranlagen einen hohen Grad an Individualisierung. Die Betriebe möchten genau passend zur eigenen Betriebsgröße, zu den eigenen Anforderungen und Wünschen die für sie perfekte Anlagentechnologie konfigurieren und geliefert bekommen. Für
SEHON der Hauptgrund der eigenen Erfolgsgeschichte: „Ob Neubau, Umbau oder Modernisierung, kein Betrieb und kein Projekt gleicht dem anderen. Deshalb setzen wir seit jeher auf individuelle Anlagen-Manufaktur, egal, ob vom Kunden ein „Smart“ oder ein „Porsche“ gewünscht wird.“

Modernisierung vor Neubau

„In den letzten Jahren ist ein deutlicher Trend zur Modernisierung von bestehenden Anlagen festzustellen“, lautet eine weitere Beobachtung von Tiemo Sehon. Den Grund dafür sieht er weniger in Branchenentwicklungen, sondern auch in einer allgemeinen Verunsicherung, die wesentlich durch die nicht als zuverlässig und stabil eingestufte Politik in Deutschland, in Europa, den USA und China geprägt ist. Insbesondere für Kleinbetriebe gelte zurzeit: Modernisierung vor Neubau. Außerdem würden viele Betriebe annehmen, dass sich die Zahl der Unfallschäden durch neue Fahrassistenten und Sicherheitstechnik verringern würde. „Dem ist nicht so“, argumentiert Tiemo Sehon, „die Großschäden sind zwar gesunken, dafür hat aber die Zahl der Kleinschäden zugenommen. Darauf muss bei der Planung von neuen Betrieben durch die passende Anlagentechnik wie die Integration von Spotrepair- und Multifunktionsarbeitsplätzen geachtet werden. Bei der Modernisierung bestehender Anlagen steht bei uns die Energieoptimierung in Verbindung mit maximaler staatlicher Förderung im Fokus.“

Größere Kabinen

Der Trend zu größeren Fahrzeugen hält an. Dazu gehören insbesondere SUVs, Transporter und Wohnmobile. Laut
SEHON wünschen sich daher die meisten Kunden Lackierkabinen, die größer sind als die Standardmaße 7 x 4 x 3 m (L x B x H). „Lackierkabinen in größeren Abmessungen wie z. B. 8 x 4,5 x 3,6 m entsprechen den heutigen Kundenanforderungen eher“, weiß Tiemo Sehon, „vor allem, wenn in Lackierbetrieben wie üblich gleichzeitig noch Bauteile lackiert und getrocknet werden sollen.“

Mehr Aggregate-Extras

Das Herzstück jeder Lackierkabine ist das Aggregat. Die Qualität der Aggregate-Technik und -Steuerung entscheidet nicht nur über die Energieeffizienz, sondern auch über die Langlebigkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Lackieranlage. Die Prämissen sind laut SEHON: Wenig Energie verbrauchen, hohen Belastungen dauerhaft standhalten, stabile Qualität liefern und Natur und Umwelt schonen. „Das Mindeste, was ein Lackierkabinen-Aggregat heute bieten sollte, sind eine Wärmerückgewinnung, frequenzgesteuerte Antriebstechnik, automatische Kabinenluftsteuerung und eine Betriebsartensteuerung“, empfiehlt Tiemo Sehon und ergänzt: „Bei Lackierkabinen ist nicht entscheidend, was man sehen kann, sondern das, was man nicht sehen kann, nämlich das Innenleben der Anlage. Desto wichtiger ist es, sich vor dem Kabinenkauf genau über die Leistungsfähigkeit der Aggregate- und Steuerungstechnik der angebotenen Kabinen zu informieren und genau zu vergleichen. Da gibt es riesige Unterschiede.“

WRG als Must-have

Eine Wärmerückgewinnung gehört zur Standardausstattung einer Lackierkabine. Tiemo Sehon warnt: „Bei Wärmerückgewinnungen (WRG) ist genau darauf zu achten, welchen Wirkungsgrad der jeweilige Hersteller schriftlich garantieren kann. Bei vielen der angebotenen WRGs wird mit Circa-Werten gearbeitet und nicht zwischen Außen- und Fortluft unterschieden. Allein durch Verschmutzung der WRG kann der angegebene hohe Ca.-Wirkungsgrad nach wenigen Wochen Makulatur sein und damit auch die versprochenen Energieeinsparungen. Bei unserem System der Ganzjahres-Wärmerückgewinnung mit SupraClean-Filterung garantieren wir einen konstanten Wirkungsgrad, auch für den Dauerbetrieb über viele Jahre.“

Sicherheit, Service, Wartung

Das Bedürfnis nach Sicherheit, gutem Service und regelgerechter Wartung von Lackieranlagen hat in den letzten Jahr stark zugenommen. Der Hintergrund ist ganz einfach: Die Anlagen laufen zum Teil bis zu 30 Jahre lang. Anlagenstillstände durch häufige Reparaturausfälle der Kabine kann sich kein Lackierbetrieb dauerhaft leisten. Eine vermeintliche Schnäppchen-Anlage kann dadurch schnell zum Kosten-
Bumerang werden. Nach SEHON-Angaben investieren die Betriebe sehr gerne in Technologien, für die der Hersteller gesetzeskomforme Sicherheit, qualifizierten Service, schnelle Ersatzteilversorgung und professionelle Wartung während der Lebensdauer der Anlage garantieren kann. Einen wichtigen Pluspunkt sieht SEHON auch in einem Online-Service, bei dem die Kabinen permanent online überwacht und mögliche Fehlerquellen sofort identifiziert und ausgeschaltet werden können, „Für uns steht darüber hinaus außer Frage, dass im Anlagenbau alle aktuellen und gültigen Vorschriften, Normen und Gesetze eingehalten werden müssen“, betont Tiemo Sehon. „Für die Sicherheit des Betriebs und der Anlagen ist immer der Betriebsinhaber verantwortlich. Deshalb können wir nur empfehlen, sich vom Hersteller die Unterschrift geben zu lassen, dass die verbauten Anlagen allen gültigen Vorschriften und Gesetzen entsprechen.“

Investitionssicherheit

Betriebe verlangen heute mehr denn je nach Investitions-Sicherheit. „Die Zeiten, in denen Betriebe eine Lackieranlage und einen Trockner gekauft haben, egal von wem, egal woher, sind schon lange vorbei“, weiß Tiemo Sehon. „Deshalb haben wir für unsere Kunden schon vor vielen Jahren eine schriftliche Wirtschaftlichkeitsberechnung nach DIN eingeführt.“ Beit der LCC- (für Life Cycle Cost) Berechnung werden alle Eckdaten der geplanten Investition im Detail aufgeführt, Kosten, Nutzen und Return-of-Invest schriftlich dargestellt. „Egal, ob es sich um einen Neubau, einen Umbau oder eine Modernisierung handelt, der Kunde erhält alle Informationen in nachvollziehbaren und nachprüfbaren Zahlen“, betont
Tiemo Sehon. „Nach unserer Erfahrung ist es eine große Ausnahme, dass sich ein Hersteller auf eine derartige schriftliche Garantie einlässt. Wir sind uns der Qualität unserer Anlagen und der angebotenen Technologien sehr sicher. Die von uns veröffentlichten Daten sind derart qualifiziert, dass unsere LCC vielfach als Grundlage für Bank und Finanzierung dienen.

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