Design

Ein Lkw in Lederhosen

Ein spektakulärer Showtruck verbindet anspruchsvolle Lackier- und Foliertechniken – und spielt dabei mit Kupfer-, Leder-, Textil- und Holzeffekten

Blau karierte Seitenflächen, Lederoptik an den Schwellern, kunstvoll patinierte Kupferräder und obendrauf ein Gamsbart: Echt bayrisch rollt er daher, der Trachten-Truck der Firma Josef Paul aus Passau. Die Idee zum ersten Showtruck aus der eigenen Werkstatt hatte Geschäftsführer Bernhard Wasner bereits Anfang des Jahres.

Zum Trucker-Frühschoppen im Frühjahr 2019 sollte der brandneue Mercedes Actros fertig sein. Daraus wurde aufgrund von Lieferengpassen nichts. Doch der nächste Anlass, um solch ein einmaliges Fahrzeug zu präsentieren, war schnell gefunden. Beim Karpfhamer Fest, einem der größten Volksfeste Bayerns, gehörte der Trachten-Truck zu den Attraktionen.

Die Gestaltung des selbst designten Fahrzeugs stellte eine echte Herausforderung dar. „Bereits beim Entwurf mussten wir erfinderisch sein, denn vom neuen spiegellosen Actros gab es zum Zeitpunkt unserer Designplanung noch gar keine Bilder“, erklärt Maximilian Escherich, Marketingleiter der Josef Paul GmbH & Co. KG. „Als das Fahrzeug dann endlich bei uns war, mussten die Druckdaten am realen Fahrzeug nachgemessen und akribisch angepasst werden“.

Akribische Folierung

Bei der Realisierung des Entwurfs entschied man sich aus Zeit-, aber auch aus Kostengründen, für eine Mischung aus Folien- und Lackiertechniken – und die hatten es jeweils in sich. „Schwierig waren zum Beispiel die vielen verwinkelten Kanten und Details vor allem beim Karo-Muster. Wenn man das Karo aber zu stark dehnt, wird es wellig und schief. Hier musste der Folierer mit exakter Planung für den Zuschnitt der Folien arbeiten, um sie möglichst wenig dehnen zu müssen. „Generell war beim Folieren äußerste Präzision gefragt, denn die weiße Grundfarbe des Actros hätte jede Ungenauigkeit ans Licht gebracht“, weiß Maximilian Escherich.

Patina aus der Pistole

Bei den lackierten Teilen stellte die patinierte Kupferoptik von Felgen, Radnaben, Front- und Sidebars die größte Herausforderung dar. Maximilian Escherich: „Die am PC entworfenen Farbtöne werden in der Realität nicht eins zu eins wiedergegeben. So musste sich der Kupfer-Farbton der Lackiererei an den schon bestehenden Lederfarbton anpassen, damit für den Betrachter ein auch von weitem erkennbarer Farbunterschied entsteht – der dem gesamten Lkw dann die optische Tiefe gibt.“ Um den Used-Look zu perfektionieren und den Bruch zur matten Folierung zu verringern, wurden abschließend die lackierten Teile mit einem extra matten Klarlack überzogen.

Dafür, dass der Bayern-Brummi nicht im Museum verstaubt, sondern auch auf der Straße die Blicke auf sich zieht, ist gesorgt. Ein Spediteur hat den Trachten-Truck in Besitz genommen und ist seit Kurzem mit dem einmaligen Arbeitsgerät unterwegs. mr ■

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