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Motorradlackierung bei Hollister´s

Motorradlackierung bei Hollister´s MotorCycles
„…Den Trend setzen wir selbst“

Hollister´s MotorCycles ist ein Pionier beim Motorrad-Customizing. Hier trifft Erfahrung auf technische Innovation – und jede Menge Know-how bei der Motorradlackierung

Grün, aber so richtig“, „Porno-Rot“, „spektakulär, aber dezent“ – die Vorstellungen seiner Kundinnen und Kunden über die Lackierung ihres neuen Motorrads lassen durchaus Spielraum für Interpretationen. Volker Sichler, Gründer und Chef der Firma Hollister´s MotorCycles in Dauchingen, ist das gerade recht. „Beim Lackdesign legen wir mit der Kundschaft eigentlich nur die grobe Richtung fest“, betont der Customizing-Experte und Indian-Händler, „von der endgültigen Ausführung lassen sie sich bei uns gerne überraschen. Und die Trends bei der Motorradlackierung setzen wir am Ende sowieso selbst.“ Zum Beispiel, indem Hollister´s ganz einfach mal ein spektakuläres Motorrad baut, Bilder macht und sie ins Internet stellt. „Wenn Du einen Namen in der Szene hast, berichten Zeitschriften und Onlinemagazine, die Bilder kursieren überall in den Sozialen Medien“, weiß Volker Sichler. „Unser Hersteller Indian postet die Sachen weltweit. Und irgendwann kommt dann ein Kunde, zeigt auf so ein Bild und sagt: Genau so.“

Vom Customizer zum Hersteller …

Angefangen hat Volker Sichler vor über 30 Jahren mit dem Umbau importierter Harleys. Um seine Vorstellungen komplett umzusetzen, hat aber immer irgendetwas gefehlt. „Irgendwann haben wir dann gesagt, warum bauen wir nicht unseren eigenen Rahmen? Unsere eigenen Felgen? Warum lassen wir nicht eigene Motoren fertigen?“ Wenig später bekam Jürgen Sichler mit seiner Marke Hollister´s die Zulassung als „nationaler Hersteller“. Der Name der Marke geht auf ein berühmt-berüchtigtes Bikertreffen im Jahr 1947 in der kalifornischen Kleinstadt Hollister zurück. „Da trafen sich, wenn man so will, die Wilden“, weiß Volker Sichler, „und diejenigen, die neben anderen Dingen schon damals Spaß am Customizing hatten.“

Komplett individuell

Seiner eigenen Phantasie beim Customizing waren mit Gründung der Marke Hollister´s keine Grenzen mehr gesetzt. „Komplett individuell gefertigte Bikes für bis zu 100.000 Euro waren damals keine Seltenheit“, erinnert sich Sichler. „Die Nachfrage speziell aus dem Ausland war riesig. Wir verkauften die Bikes an Motorrad-Liebhaber in ganz Europa.“ Europa machte ihm dann allerdings auch einen Strich durch die Rechnung. „Der Aufwand, um eine EG-Betriebserlaubnis für alle unserer Teile zu bekommen, stieg irgendwann enorm an, dann kam Euro 4, und unsere Motorenlieferanten machten nicht mehr mit, zogen sich sogar aus Europa zurück. Irgendwann sagte ich mir, wenn der Aufwand für Zulassungen, Prüfungen und Zertifizierungen mehr Zeit beansprucht als die Arbeit am Bike, dann müssen wir eine Alternative suchen.“

Vom Hersteller zum Händler

Die bot sich nach diversen Zwischenstationen, als Indian, der 1901 gegründete älteste amerikanische Motorradhersteller, leistungsfähige Händler brauchte. Volker Sichler stieg sofort ein. „Die Bikes entsprechen genau unserer Philosophie – im Grunde bereits bei der Auslieferung an uns.“ Im Grunde … letztlich, räumt Sichler gerne ein, kauft nur fünf Prozent seiner Kundschaft ein Motorrad so, wie es der Hersteller ausliefert. „Mit Motorrädern von der Stange kannst du dich nicht vom Wettbewerb abheben“, hat Volker Sichler erfahren. „Durch unser Customizing-Know-how kommen aber wie früher Kunden von überall her.“ Den Standard-Umbau kann Volker Sichler leicht beschreiben: „Kleinere Blinker, ein seitliches Nummernschild und einen anderen Auspuff.“ Danach wird es schon aufwendiger: Breitere Reifen, anderer Sattel, ein komplett anderes Fahrwerk, auf Wunsch zum Beispiel hydraulisch absenkbar. „Und irgendwann kommt dann das Thema Motorradlackierung ins Spiel“, weiß der Customizing-Profi.

Motorradlackierung: Die Kirsche auf der Sahne

Noch einmal rund 40 Prozent des von Haus aus nicht eben niedrigen Preises für das Bike geben Hollister´s -Kunden für die Individualisierung aus, lautet Sichlers Erfahrung. Etwa ein Fünftel davon wird für die Motorradlackierung ausgegeben: „Der Lack ist ganz klar die Kirsche auf der Sahne. Was technisch gemacht wurde, erschließt sich oft erst auf den zweiten Blick. Die Lackierung sticht dagegen sofort ins Auge.“ Was nicht bedeutet, dass sich die Hollister´s-Maschinen durch grelle Designs auszeichnen. „Die Indians sind im Grunde klassische Bikes, zu denen klassische Farben passen“, erklärt Sichler. „Wir arbeiten daher oft mit raffinierten Effekten, aufwendigen Schriften und nutzen die technischen Möglichkeiten der Materialien aus – und da kommt Robert ins Spiel.“ Robert, das ist Robert Storz und in der Lackiererbranche kein Unbekannter, sondern Regionalverkaufsleiter Süd und Österreich bei Sika. In seiner Freizeit berät der Motorradfan die benachbarte Firma Hollister´s – und bei Spezialaufträgen legt der Lackierermeister auch selbst Hand an. „Die typischen Hollister´s Motorradlackierung stellt schon sehr hohe Ansprüche“, berichtet Robert Storz. „Oft arbeiten wir mit raffinierten, mehrschichtigen Effektlacken, und ein Kapitel für sich sind die sehr aufwendig lackierten, filigranen Beschriftungen. Da wird nicht einfach Klarlack auf einen Aufkleber gespritzt.“ Ebenfalls im Trend sind Oberflächeneffekte wie gebürstetes Aluminium, gebürsteter Edelstahl oder Carbon. Immer weniger angesagt sind klassische Airbrush-Motive wie Flammen oder Totenköpfe – was auch an Volker Sichlers persönlichen Vorlieben liegt. „Wenn ein Kunde so etwas möchte, dann bekommt er natürlich auch die klassischen Skulls, und das auch in hoher Qualität. Persönlich stehe ich nicht so drauf. Klingt vielleicht komisch, aber ich muss den Tod beim
Biken nicht dabeihaben.“

Begeisterung garantiert

Es können, je nach Customizing-Grad schon etliche Monate ins Land gehen, bis Hollister´s-Kunden ihr individuelles Bike zu Gesicht bekommen. Volker Sichler hat es sich dabei zur Regel gemacht, während der Wartezeit keine „Zwischenstände“ oder „Work-in-Progress-Bilder“ weiterzugeben. Völlig tabu sind während des Umbaus auch Besuche neugieriger Kunden vor Ort in Villingen. „Die Übergabe muss ein echtes Event sein. Ich setze auf den Überraschungseffekt und die leuchtenden Augen meiner Kunden“, meint Sichler selbstbewusst. „Oder sagen wir es einmal so: An dem Tag, an dem ein Kunde nicht mehr völlig aus dem Häuschen ist, wenn er ein von uns individualisiertes Bike sieht, höre ich auf.“ mr■

www.hollisters.de

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