„Wir haben das lange unterschätzt“

Andreas Lau ist Geschäftsführer der Bosch Service Lau GmbH aus Schönberg in Mecklenburg. Das Unternehmen wurde 1991 als Lackiercenter gegründet, 2003 wurde ein Bosch-Service angegliedert, 2011 kamen in unmittelbarer Nähe des Firmenstandorts ein Wasch- und ein Aufbereitungscenter dazu. Das Waschcenter aus einer Portalwaschanlage, einem Vorwaschplatz mit Strahlern und Bürsten sowie einer Saug- und Reinigungsstation. Angeschlossen ist eine Aufbereitungshalle, in der Innenreinigungen, Polierarbeiten und Versiegelungen angeboten werden. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen heute 35 Mitarbeiter.

Herr Lau, vor rund vier Jahren haben Sie Ihr Waschcenter eröffnet – welches Fazit würden Sie heute ziehen?
Für uns hat sich die nicht unerhebliche Investition gelohnt. Wenn die Nachfrage anhält, wird sich die Anlage alleine aus „Fremdwäschen“ amortisieren.
Zu wieviel Prozent wird die Anlage selbst genutzt?
Um es genau zu sagen: Von insgesamt bisher 33.000 Wäschen waren 6.000 Eigenwäschen, die Nachfrage von außen überwiegt also.
Dass die samstägliche Autowäsche out ist, lässt sich demnach nicht behaupten?
Das wird sicher auf die Region ankommen, aber ich kann das hier nicht bestätigen. Im Gegenteil, ich bin manchmal wirklich erstaunt, wie oft Kunden sieben, acht Euro am Vorwaschplatz investieren, um nachher noch einmal für zehn Euro durch die Anlage zu fahren.
Welche Synergie-Effekte gibt es zwischen dem Reparaturbetrieb und dem Waschcenter?
Zum einen reinigen wir natürlich die reparierten Fahrzeuge jetzt im Waschcenter. Außerdem ist das SB-Waschcenter eine Art Kundenmagnet für unsere Aufbereitungshalle, wo wir umfangreichere Dienstleistungen anbieten.
Es steht aber kein Mitarbeiter im Waschcenter und macht Kunden auf Kratzer oder Beulen aufmerksam?
Nein, das klingt zwar interessant, würde aber in der Praxis dann doch etwas aufdringlich wirken, abgesehen von der Frage, ob sich dieser Aufwand lohnen würde. Immerhin ist aber das Waschcenter nur 200 Meter vom Betrieb entfernt und hat dasselbe Erscheinungsbild – ein Bezug ist für die Kunden natürlich da. Eine schöne Möglichkeit, einen Bezug zwischen Reparaturbetrieb und Waschanlage herzustellen, ist auch die Ausgabe von Waschkarten – daran haben wir anfangs gar nicht gedacht.
Was verstehen Sie darunter?
Ganz einfach; es kann ja mal sein, dass man einem Kunden etwas Gutes tun will, als Bonus oder als Ausgleich, weil er länger auf sein Fahrzeug warten musste als vorgesehen, da gibt es ja verschiedene Gründe. Statt wie früher Geld oder eine Gutschrift zu verteilen, gibt heute eine Bonus-Waschkarte – das kostet uns wenig und bindet die Kunden.
Was ist für Sie rückblickend das ausschlaggebende Kriterium für den Erfolg Ihrer Waschanlage gewesen?
Ich denke, die Lage ist das A und O. Wir hätten theoretisch die Waschstraße auch auf unserem Betriebsgelände bauen können, 200 Meter entfernt war aber ein Fleckchen Gelände zwischen einigen Supermärkten und Gartencentern frei, und das war ein echter Glücksgriff.
Nachfrage nach Fahrzeugreinigung ist also vorhanden?
Ja, wir haben das lange unterschätzt. MR