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Alexander Schwan: „Was die Lukrativität angeht, verändert sich der Oldtimermarkt sehr stark.“
Foto: M. Rehm

„Wir fahren zweigleisig“

Herr Schwan, Sie bieten unterschiedlichste Entlackungsverfahren an, darunter ganz neu die Pyrolyse.
Wie sieht dabei die Kostenseite aus?

Sandstrahlen ist mit 1000 bis 1500 Euro die kostengünstigste Methode, jedoch wird dabei die Oberflächenqualität der Kasosserie unter Umständen negativ verändert. Schonendere Strahlarten mit Kunststoff oder Soda kosten zwischen 2000 und 2500 Euro. Für diesen Preis lässt sich auch eine chemische oder eben die thermische Entlackung durchführen. Diese sollte jedoch immer mit einer KTL-Beschichtung abgeschlossen werden, die nochmals mit 1500 bis 2000 Euro zu Buche schlägt.

Eigen sich denn alle Karosserien
für das thermische Entlacken?

Nein, es ist sehr viel Erfahrung bei der Auswahl der Verfahren gefragt, denn von der Karosserie bleibt nur das blanke Stahlblech übrig. Das heißt: Kein Aluminium, kein GKF, keine geklebten Karosserien.

Sie sind seit etlichen Jahren im Oldtimergeschäft – wie beurteilen
Sie die Entwicklung?

Was die Lukrativität angeht, verändert sich der Markt sehr stark. Bei klassischen Investments in BMW 111, Pagode oder Porsche ist der Markt weitgehend gesättigt. Wer sich solch ein Fahrzeug leisten kann, ist mittlerweile versorgt. Eine neue, junge Generation rückt nach, die Youngtimer oder Neoklassiker restaurieren lässt. Bei hochwertigen Restaurierungen stößt man aber schnell an Preisgrenzen, da der Wert der Fahrzeuge keine allzu großen Investments rechtfertigt. So befindet man sich sehr schnell in Preisdiskussionen.

Ihre Konsequenz daraus?

Wir engagieren uns nach wie vor voll im Oldtimerbereich, fahren aber zweigleisig und bauen auch eine Industrieschiene aus. Auch dort sind Entlackung und vor allem die grundlegende Neubeschichtung sehr gefragt. MR