Mobiler Helfer

Der „Sampler“ sorgt für Ordnung und Sicherheit bei der Teilelogistik

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Ein Fahrzeug von der Annahme bis zum Finish durch den Reparaturbetrieb zu schleusen, hat sehr viel mit Teilelogistik zu tun. Teile werden abgebaut, um an die Reparaturstelle zu gelangen, andere Teile werden demontiert und entsorgt, dafür werden wiederum Neuteile bestellt, die irgendwann ans Fahrzeug geschraubt, geklipst oder genietet werden. Jede Menge Kleinteile, Schrauben, Klipse, Leisten, Dichtungen und Abdeckungen müssen außerdem noch entfernt, sorgfältig aufgehoben und wieder eingesetzt werden. Das alles kostet Zeit und birgt natürlich die Gefahr, dass demontierte Teile – große wie kleine – beschädigt werden oder gar verloren gehen. Praktisch wäre es doch, wenn es zu jedem Fahrzeug einen „stummen Diener“ gäbe, einen Begleiter durch den Reparaturprozess, der alles, was ab- und wieder angebaut wird, aufnimmt und sicher verstaut, alle Befestigungsmaterialien fein sortiert aufbewahrt und außerdem noch Platz für Dokumente zur Reparatur bietet. Das ganze schön stabil, aber nicht zu schwer, geräumig, aber trotzdem platzsparend.

Platz für alles, was anfällt

In etwa so lauteten Engelbert Kellers Überlegungen, als er sich an die Entwicklung eines Werkstattwagens machte. Als Inhaber des Lackier- und Karosseriebetriebs Keller Profilack und Geschäftsführer der Keller Professional GmbH kannte er einerseits die Problemstellung und wusste andererseits ganz genau, wie ein praxisgerechter Teilewagen auszusehen hatte. Das Ergebnis, den „Sampler“, präsentierte Engelbert Keller vor rund einem Jahr: Einen ebenso soliden wie beweglichen Teilewagen, der alles, was im Laufe der Reparatur anfällt – von der Schiebetür bis zum Schräubchen – sicher und geordnet aufnimmt. Besonderer Clou und typisch für den Tüftler Keller: Nicht benötigte Sampler können wie Einkaufswagen platzsparend ineinandergeschoben werden.

Den Sampler gibt es in einer Basisausführung, die klappbare Ablagemöglichkeiten, Fächer, Einspann-Vorrichtungen und solide Rollen bietet. Darüber hinaus gibt es die Option, den Inhalt mit Rollos zu verschließen und somit vor Staub oder Funkenflug zu schützen. Der pulverbeschichte Rahmen ist standardmäßig grau, kann aber auch in Firmenfarbe ausgeliefert werden.

Keller Professional GmbH
Tel: 08860/392950-50
www.keller-professional.de


„Made in Bavaria“

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Herr Keller, der Sampler wurde vor ziemlich genau einem Jahr erstmals präsentiert, wie hat sich die Nachfrage entwickelt?

Wir sind mit der Nachfrage sehr zufrieden – das Thema liegt ganz einfach in der Luft. Viele Betriebe sind dabei, ihre Prozesse und ihren Durchlauf zu optimieren. Da passt der Sampler genau ins Bild, denn die Aufbewahrung – und vor allem das Wiederfinden von Teilen ist ein echter Zeitfresser. Dazu kommt, dass Teile, wenn sie unsachgemäß transportiert oder gelagert werden, beschädigt werden oder verloren gehen. Das kann sich niemand leisten.

Teile einfach ins Auto zu legen, ist schließlich keine Lösung …

In der Praxis sieht man das zwar häufig, in immer mehr Werkstätten ist das aber ausdrücklich untersagt. Aus gutem Grund: Wenn sperrige Anbauteile ins Auto gelegt werden, kann es eben leicht zu Verschmutzungen oder Beschädigungen kommen.

Wie viele „Sampler“ machen Sinn, um den Ablauf perfekt zu organisieren?

Um alle Vorteile auszunutzen, ist es natürlich sinnvoll, etwa so viele Wagen zu besitzen, wie aktuell Aufträge bearbeitet werden. Das ist auch einer der Gründe, weshalb die Sampler konstruiert sind, das sie sich platzsparend ineinanderschieben lassen. Aber da muss jeder Betrieb auch seine eigenen Abläufe prüfen. In unserem Reparaturbetrieb hat es sich als sehr effektiv erwiesen, bereits die Kommissionierung der Teile per Sampler zu organisieren.

Das heißt konkret?

Wenn wir Ersatzteile bestellen, werden die über Nacht gebracht, am nächsten Morgen ordnet sie der Lagerist den einzelnen Aufträgen zu und bestückt dabei den Sampler. Denn kann er dem Spengler gleich sagen: Nummer drei ist dein Wagen – oder der Mitarbeiter erkennt das selber an der Auftragstasche. Das spart schon richtig Zeit.

Wo wird der Sampler produziert?

Die Endmontage erfolgt hier bei uns in Bernbeuren – er ist also „made in Bavaria“.

Engelbert Keller: „Viele Betriebe sind dabei, ihre Prozesse und ihren Durchlauf zu optimieren. Da passt der Sampler genau ins Bild.“Foto: M. Rehm