Kocher, Kratzer, Krater

Lackierfehler erkennen, beheben und vermeiden. In dieser Folge: Füllerflecken

Evelyn Becker

Wenn sich Füllerflecken durch den Decklack abzeichnen, ist die Fehlersuche nicht ganz einfach. Klar ist: Der Basislack hat keine ausreichende Deckkraft. Das kann in seltenen Fällen daran liegen, dass er nicht richtig aufgerührt, zu stark verdünnt oder ganz einfach zu dünn aufgetragen wurde. Oft liegt die schwache Deckkraft auch daran, dass bei bestimmten Farbtönen keine deckenden – und gleichzeitig „gesetzeskonformen“ – Pigmente zur Verfügung stehen.

Klassisches Beispiel ist Gelb, wo schwermetallfreie, deckende Pigmente durch moderne, weniger gut deckende ersetzt wurden. Weit häufiger liegt das Problem aber tiefer: beim Füller selbst. Viele neuere Decklacke sind aus Designgründen gar nicht als „Deck“-lacke formuliert, sondern als mehr oder weniger lasierende Zwei- oder Dreischichter. Damit kommt dem Füllerfarbton oder der Füller-Graustufe eine entscheidende Bedeutung zu.

Füllerfleck beheben

Bei der Behebung des Problems kommt man um eine Neulackierung des betreffenden Fahrzeugteils nicht herum:

  • Zuerst den Klarlack mit P 500 anschleifen.
  • Mit wasserverdünnbarem VOC-Reiniger Fläche gründlich reinigen.

Danach wird der passende Füllerfarbton ausgewählt. Basislack-Rezepturen enthalten mittlerweile auch Angaben über den richtigen Füllerfarbton. Der passende Füller wird über den sich abzeichnenden Füllerfleck aufgetragen – und zwar so, dass der Füllerfleck großzügig überdeckt wird. Nach dem Ablüften wird der Basislack vollflächig aufgetragen. Nach dem Ablüften folgt der Klarlack – fertig!