Die Antwort auf (fast) alle Fragen

repair-pedia liefert Wissen aus dem Netz für die Reparaturpraxis

Stefan Endres

Rund drei Jahre ist es her, dass die Onlineplattform repair-pedia als eines der zentralen Projekte der Agenda 2020 des ZKF online ging. Mit der erfolgreichen Wissensplattform ermöglichen Eurogant Autoservice AG und ZKF der Schadenbranche den dringend notwendigen, schnellen Zugriff auf aktuelle, qualifizierte und relevante Informationen für die Pkw- und Nutzfahrzeugreparatur und darüber hinaus.

Die tatsächliche Tragweite des Projektes repair-pedia wird man vermutlich erst in ein paar Jahren vollumfänglich einschätzen können. Doch schon heute ist klar, dass sich das Wissensportal in Zeiten exponentieller Digitalisierung, immer neuer Materialien sowie Techniken und daraus resultierend einer nie dagewesenen Menge an reparaturrelevanten Informationen zu einem der wichtigsten Tools im Karosserie- und Lackierfachbetrieb entwickeln wird. Denn ohne stets aktuelle Daten und vor allem ohne den schnellen und einfachen Zugriff darauf wird eine fachgerechte Reparatur zusehends schwerer werden.

Wikipedia, Google und Amazon in einem

Dabei ist die Idee hinter repair-pedia so einfach wie genial. Die Plattform stellt als Wissensdatenbank und hocheffiziente Suchmaschine die Reparaturinformationen aus ganz verschiedenen Quellen unter einer Adresse im Internet zur Verfügung. Sie fungiert also gleichzeitig als Wikipedia, Google und Amazon der Reparaturbranche und liefert jeder Werkstatt und jedem Sachverständigen innerhalb kürzester Zeit Antworten auf Fragen zu Unfallreparatur, Mechanik, Elektronik, Lack oder Fahrzeug-Neubau. Das birgt fraglos ein großes Potential für noch mehr Effizienz in den Werkstätten und stärkt letztendlich deren Wettbewerbsfähigkeit. Doch damit nicht genug, denn mit der Integration der Web-Shops der
EUROGARANT AutoService AG und des ZKF wird man das heute schon beachtliche Leistungsspektrum von repair-
pedia noch einmal signifikant erweitern. Und bald werden neben den Reparaturdokumenten auch Bedienungsanleitungen von Werkzeugen und Anlagen oder zahlreiche Anwendervideos zur Verfügung stehen. Über Schnittstellen zu den marktrelevanten Kalkulations- oder Warenwirtschaftssystemen verfügt man bereits. Damit lässt sich beispielsweise schon bei der Kalkulation direkt im Managementsystem die benötigte Information abrufen.

Wachstum in jeder Hinsicht

Aktuell verzeichnet repair-pedia um die 2.500 angemeldete Werkstätten und Sachverständige, denen heute bereits vier Millionen Dokumente zur Verfügung stehen. Stündlich werden auf der Plattform über 400 Suchanfragen gestartet, die im Schnitt in 19 Millisekunden beantwortet sind. Doch auch in Sachen Internationalisierung ist man auf Wachstumskurs. Nach dem Markteintritt in Österreich zu Beginn des Jahres 2017, wurde das Portal zu Beginn des Jahres 2019 über den Verband VSCI auch in der Schweiz gelauncht. Die Karosserie-Zentralverbände der weiteren europäischen Länder werden sich dem Projekt Zug für Zug anschließen. Auch die branchennahen Berufs-Zentralverbände in Deutschland, Vereine oder andere bedeutende Marktplayer in der Branche der Fahrzeugreparatur sind als exklusive Teilhaber fest eingeplant. Sachverständige hingegen profitieren bereits von dem Wissensportal, denn der BVSK verfügt mit WikiXpert über eine eigene Version von repair-pedia für seine Mitglieder.


Die beiden technischen Redakteure Steve Jäckel (links) und Martin Gronemeyer verarbeiten für repair-pedia Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen.
Foto: Stefan Endres
Die Verfügbarkeit und der optimale Zugriff sind das große Plus von repair-pedia.
Abbildung: Eurogarant

Blick in die repair-pedia-Werkstatt

Anlässlich eines Interviewtermins bei der Eurogarant Autoservice AG in Friedberg konnte das Lackiererblatt mit den beiden technischen Redakteuren Martin Gronemeyer und Steve Jäckel aus dem repair-pedia-Team über die Arbeit an dem Wissensportal sprechen.

Herr Gronemeyer, Herr Jäckel, Sie haben bereits vier Millionen Dokumente in repair-pedia verarbeitet, wie kommen Sie an diese Daten?

Mit den ZKF-Tipps verfügen wir natürlich selbst schon einmal über einen etablierten Datenbestand. Hinzu kommen die Daten unserer Partner (siehe Seite 16), die diese selbst ermitteln oder als Republisher der originären Herstellerdaten und -informationen im Markt anbieten. Auch eigene Recherchen, beispielsweise bei Erscheinen eines neuen Fahrzeugmodells, finden ihren Niederschlag in repair-pedia. Entscheidend aber ist, dass wir all diese Daten unter einen digitalen Hut bringen, der Werkstattmeister oder Sachverständige muss also nicht mehr aufwendig in unterschiedlichsten Unterlagen suchen, sondern hat nun eine Anlaufstelle, die alle Antworten schnell und vor allem aktuell liefert.

Wie funktioniert der Suchmechanismus?

Die Verfügbarkeit und der optimale Zugriff sind das große Plus von repair-pedia. Wir bieten auf der Plattform eine intelligente Suchfunktion über all diese Dokumente wie sie auch Google nutzt. Das bedeutet, dass die Suchmaschine vom Anwender lernt, um immer benutzerfreundlicher immer bessere Ergebnisse zu liefern. Wir unterstützen das auch redaktionell und sorgen dann gegebenenfalls dafür, dass eindeutig relevantere Ergebnisse zu einer Suchanfrage weiter oben stehen. Oberstes Ziel unserer Arbeit ist es, den Werkstätten mit der repair-pedia-Suche die benötigten Reparaturinfos möglichst aktuell, qualifiziert und effektiv zur Verfügung zu stellen. Das geht sogar so weit, dass wir, sollten uns Anwender erfolglose Suchanfragen melden, aktiv auf Hersteller oder Datenlieferanten zugehen, um diese Lücken zeitnah zu schließen.

Erhalten Sie auch Feedback von
Ihren Nutzern?

Klar, zum einen beantworten wir natürlich Fragen zur Anwendung der Suche und zum anderen helfen uns die Anregungen aus dem Markt, das System weiter zu entwickeln. Der Input aus den Karosseriefachbetrieben beispielsweise löst ab und an Recherchen bei uns aus oder führt zu einer Info an die IFL.

Und was bringt repair-pedia Ihrer
Ansicht nach der Branche?

Wenn wir uns vor Augen halten, dass sich heute die Verarbeitung und damit in der Konsequenz die Reparatur eines verbauten Teils für ein und dasselbe Fahrzeugmodell innerhalb eines halben Jahres ändern kann, dann hat eine stets aktuelle Reparaturinformation eine enorme Bedeutung für fachgerechte Reparatur und Sicherheit. Oder denken Sie an Assistenzsysteme, da hat eine kleine Änderung große Wirkungen, die Info braucht die Werkstatt einfach auf kurzem Weg. Viele Dokumente, die wir anbieten, würden „naturgemäß“ oft gar nicht in den Reparaturbetrieben landen und wir haben Infos im System, die zum Teil so gar nicht im Markt bekannt sind.

Welchen Vorteil bringt repair-pedia in
der konkreten Schadenabwicklung?

Zum einen erleichtern unsere aktuellen Infos der Werkstatt die Reparatur nach Herstellervorgaben und den entsprechenden Nachweis ganz enorm. Zum anderen ist auch Weiterverrechnung eines auftragsbezogenen repair-pedia-Abrufs an die Versicherung möglich.

Werfen wir zum Abschluss einen
kurzen Blick in die nahe Zukunft,
was tut sich bei repair-pedia?

Wir sind gerade in guten Gesprächen mit den DMS-Anbietern, um repair-pedia noch optimaler für die Werkstätten in den Managementsystemen zu integrieren. Geplant ist beispielsweise eine proaktive Anzeige entsprechender Tipps und Infos unmittelbar nach der VIN-Abfrage. Darüber hinaus soll in absehbarer Zeit schon beim Anklicken einer Baugruppe im Rahmen der Kalkulation automatisch eine deutliche Meldung bzw. Warnung zu vorliegenden Reparaturinfos erfolgen.

Herr Gronemeyer, Herr Jäckel,
vielen Dank für das Gespräch.


Repairpedia lebt von einem Netzwerk aus professionellen Quellen.
Abbildung: ZKF

Informationsnetzwerk

Die repair-pedia-Datenlieferanten und Partner:

AIRC ZKF-Tipps, IFL e. V., KTI, Deutsche Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung, AZT, IWW,
Autodata, Haynes Pro, TecAlliance und bührli dataplan Glasmatic.