„Das muss besser gehen“

Für die Felgenreparatur entwickelt Cartec ständig effizientere Lösungen

Wenn Anwendungstechniker Marco Traxel im Cartec-Entwicklungszentrum in Plüderhausen bei Stuttgart mit seinem Chef Roland Fuchs an neuen Lösungen für K+L-Betriebe tüftelt, dann hat die beiden Männer zuvor meistens ein Praxisproblem umgetrieben. „Die tägliche Arbeit zeigt, wo es hängt. Ganz egal, ob es dabei um Abläufe oder Reparaturergebnisse geht. So oder so resultiert in den meisten Fällen Frust daraus,“ sagt Traxel. Daher lautet das Credo bei Cartec Autotechnik Fuchs GmbH: „Das muss besser gehen“. Firmen-Inhaber Roland Fuchs berichtet: „Wir sind seit über 25 Jahren fest in der Branche verankert und reparieren bis heute selbst. Daher sind wir mit den Anforderungen und Problemen der Felgenreparatur bis ins Detail vertraut.“ So war bis vor kurzem ganz klar, dass die  Felgenreparatur in Lackierbetrieben nicht sonderlich beliebt ist – nerviges und zeitfressendes Anschleifen per Hand mit meist unbefriedigenden Resultaten. Dann das mühevolle Umherwuchten beim Abkleben. Im Schnitt kam knapp eine Stunde für alle Arbeitsschritte zusammen.

Schneller mattieren

Für das Anschleifen haben die Smart Repair-Spezialisten mit dem WheelBlower (das Lackiererblatt berichtete) bereits eine innovative Lösung gefunden. Felgenmattieren ist durch das Wirbelstrom-Rotationsverfahren statt in bisher 10 bis 90 Minuten (je nach Modell) in einer bis drei Minuten möglich. Das spezielle Substrat erreicht jeden Winkel und raut so die Oberfläche gleichmäßig fürs anschließende Lackieren auf.

Die Idee dazu kam aus der Kirchenrestauration. Hier werden beispielsweise jahrhundertealte Holzschnitzfiguren vor einem neuen Farbauftrag entsprechend bearbeitet. Die schwäbischen Tüftler adaptierten das Verfahren und integrierten es in das Gehäuse einer Sandstrahlanlage. Hier erzeugt ein Drallkörper, der einem vierblättrigen Kleeblatt gleicht, via Druckluft einen stark aufweitenden rotierenden Aktionskegel. Durch den Rotationseffekt werden die mikrofeinen Mattierungspartikel streichelnd im Kreis über die Oberfläche geführt. Dies ermöglicht eine besonders feinst bearbeitete Lackoberfläche und schließt ungleichmäßige Schleifspuren aus.

Komplette Station

In Kombination mit der neuesten Entwicklung, der Räder-Arbeitsstation WheelWorker basic, ist ein echtes Powerpaket für die Felgenreparatur entstanden. Marco Traxel: „Jeder Lackierer, der mit der Lackiervorbereitung von Felgen beschäftigt ist, kennt es: allein die schweren Dinger mit Reifen von innen und außen zu reinigen und dann noch abzukleben, ist Schwerstarbeit – und ein Balanceakt, der auch mal schnell schief gehen kann. Die Räder fallen um und werden aufgrund des Schwerpunkts auf der Felgen-Sichtseite beschädigt. Dann entstehen richtig viel Arbeit, Zeit sowie Kosten, wenn die daraus resultierenden Schäden im Lack und Metall auch noch ausgeschliffen, gespachtelt und gefüllert werden müssen. Daher haben wir den Basic, den kleinen Bruder des WheelWorkers, entwickelt.“ Es handelt sich dabei um eine ergonomische Arbeitsstation für Lackierbetriebe, die nichts mit der Felgenaufbereitung im engeren Sinne am Hut haben, aber trotzdem jeden Tag Felgen reinigen und lackieren und somit Wert auf Arbeitserleichterung und Zeitersparnis legen.

Deutlicher Zeitgewinn

Die Systeme wurden im Cartec-Entwicklungszentrum einzeln sowie in Kombination auf Herz und Nieren mit allerlei Felgen getestet. Das Ergebnis: Wo seither knapp eine Stunde fürs Mattieren und Abkleben angefallen ist, sind es mit WheelBlower und WheelWorker basic durchschnittlich 20 Minuten. Roland Fuchs: „Im Schnitt erzielt ein Lackierbetrieb einen Verkaufserlös von 120 Euro pro lackierte Felge. Oftmals jedoch deutlich weniger. Betrachten wir die Kosten für herkömmliches Anschleifen, Abkleben sowie Lackmaterialien, kommen wir im Schnitt auf 121 Euro. Der Lackierbetrieb hat also im günstigsten Fall immer noch einen Euro pro lackierter Felge verloren, meist aber mehr. Deshalb möchte ein Lackierbetrieb sich nicht mit so einem zeitaufwendigen Verlustgeschäft. beschäftigen. Mit Blower und Basic entstehen hingegen gerade mal Gesamtkosten von zirka 8,66 Euro. Bleibt ein Gewinn von etwa 87 Euro pro Felge. Die Gesamtinvestition von knapp 16.400 Euro in beide Systeme hat sich damit nach etwa 105 Felgen amortisiert. Oder anders gesagt: Bei zwei Felgen pro Woche in einem Jahr, bei fünf Felgen pro Woche in fünf Monaten, bei zehn Felgen pro Woche in zweieinhalb Monaten.“

Weitere Infos zum WheelMaster-System und die Cartec-Profi-Lösungen rund ums Rad unter
www.clever-reparieren.de.