Weiß ist weltweit Nummer eins

Axalta präsentiert globale Studie zu den beliebtesten Autofarben 2017

Axalta Coating Systems hat seine globale Studie zu den beliebtesten Autofarben (Global Color Popularity Report) veröffentlicht. Die Ergebnisse der 65. Ausgabe des Jahresberichts zeigen, dass 2017 Weiß weltweit mit 39 Prozent die Nummer eins auf der Beliebtheitsskala bei Verbrauchern ist, gefolgt von Schwarz auf dem zweiten Platz mit 16 Prozent. Grau und Silber teilen sich das zweite Jahr in Folge den dritten Platz mit elf Prozent. „Mit seiner modernen Ausstrahlung bleibt Weiß weiterhin der weltweite Spitzenreiter“, stellt Nancy Lockhart, Global Color Marketing Manager bei Axalta, fest. „Weiße Perlmuttfarbnuancen haben dieses Jahr vier Prozent an Beliebtheit gewonnen, da diese mehrschichtigen Farbtöne nun in allen Fahrzeugsegmenten verwendet und am häufigsten in Japan eingesetzt werden. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach hellen Grautönen und hellen bis mittleren Blautönen gewinnen helle und leuchtende Farbtöne insgesamt weiter an Boden.“ Der Bericht von Axalta, der seit 1953 jährlich veröffentlicht wird, ist die am längsten laufende und umfassendste Farbstudie in der Automobilindustrie. Axaltas weltweit tätige Farbexperten konzipieren und stellen diese Studie zusammen, die Fahrzeugherstellern einen interessanten und aktuellen Einblick in Verbrauchervorlieben gewährt und sie dabei unterstützt, fundierte Farbtonentscheidungen zu treffen.

Auch Blau im Trend

„Trends bei Autofarben wandeln sich mit der Zeit“, bestätigt Elke Dirks, Automotive OEM Color Designer bei Axalta für Europa, den Nahen Osten und Afrika. „Seit Kurzem ist Blau in verschiedenen Farbnuancen, von chromatischen bis hin zu hellen Metallic-Farbtönen, auf dem Vormarsch. Auch Grau gewinnt gegenüber anderen neutralen Farbtönen weiter an Vorsprung.“

„Weiß ist die unangefochtene Nummer eins, und das sind noch lange nicht alle Einblicke und Erkenntnisse aus unserer Studie“, betont Annie You, Axalta OEM Color Designer in China. „Unsere Kunden schätzen die Tatsache, dass Studie auch unterschwellige Trends aufdeckt. So bevorzugen Käufer in Indien Silber mit 30 Prozent weit mehr als in anderen Regionen. In China dagegen werden insgesamt mehr weiße Fahrzeuge hergestellt als in jeder anderen Region. Davon sind 47 Prozent Uniweiß und 15 Prozent Perlweiß.“ „Axalta bietet jährlich Aktivitäten und Projekte zum Thema Automobilfarbtöne an. Dazu zählen diese globale Beliebtheitsstudie (Global Color Popularity Report), die jährliche Farbton-Trendshow (Color Show) sowie die Autofarbe des Jahres (Color of the Year). Interessierte Autohersteller nutzen diese Erkenntnisse, um ihre Innovationen voranzutreiben“, unterstreicht Lockhart. „Darüber hinaus blickt Axalta auf mehr als 150 Jahre Erfahrung in der Lackindustrie zurück und arbeitet mit einem eigenen internationalen Team, bestehend aus Designern und Entwicklern, zusammen. Diese beschäftigen sich ausschließlich damit, neueste Technologien und modernstes Design miteinander zu verbinden.“


Vielschichtiges Weiß

Michael Rehm

Ein starker Weißanteil am Fahrzeugvolumen fordert Lackdesigner heraus. Wir sprachen mit Elke Dirks, Automotive OEM Color Designer bei Axalta für Europa, den Nahen Osten und Afrika, über neue Entwicklungen in diesem wichtigen Farbbereich.

Frau Dirks, Weiß ist in Europa immer noch die beliebteste Autofarbe – genau ein Viertel aller Pkw wird in Weiß ausgeliefert. Dabei sind die Variationsmöglichkeiten in diesem Farbtonbereich doch eher limitiert – ein schwieriges Feld für Lackdesignerinnen wie Sie?

Auf jeden Fall eine Herausforderung, denn von den 25 Prozent weißer Fahrzeuge erhalten nur drei Prozent Effekttöne und 22 Prozent uni-weiße Lackierungen. Bei den Perleffekttönen, die im Falle von Weiß relativ aufwendig in mindestens drei Schichten appliziert werden, kann man mit dem zusätzlichen Gestaltungselement „Effektgeber“ spielen. Aber es gilt eben auch für den Unibereich neue Lösungen zu finden.

Welche Möglichkeiten gibt es da?

Nachdem Uniweiß in den vergangenen Jahren so rein und kühl wie möglich dargestellt wurde, arbeiten wir nun vermehrt an wärmeren Varianten in Richtung hellem Ecru oder sehr leicht roségold gefärbten Weißausmischungen.

Wo würden Sie neue Metallic-Weißtöne wie Gletscherweiß von Audi und Silverwhite von VW ansiedeln?

Beide zählen auch zu den Weißtönen mit Effekt. Allerdings sind das so genannte Solid-Metallictöne im Zweischichtaufbau und keine Dreischichter. Das Typische an den Solid-Metallicfarben besteht darin, dass ein grobes Aluminium mit einem deckenden Weißpigment in einer einzigen Schicht kombiniert wird. Natürlich ist der Effekt immer weniger intensiv und nicht wirklich vergleichbar mit einem Drei- oder Vierschichter. Charakteristisch ist auch, dass – bedingt durch den Aluanteil – der Farbton nie reinweiß, sondern immer leicht gräulich wirkt.

Ein Grund, warum man solche Weißtöne früher nicht gesehen hat?

Es ist die Frage, wo man die Töne ansiedelt. Und natürlich eine Frage wechselnder Trends. Die Solid-Metallic-Versionen sind eine trendige Alternative zum herkömmlichen Uniweiß, allerdings kann die Brillanz und Reinheit durch die Beimischung des Aluminiums niemals erreicht werden. Daher rutschen viele Solid-Metallic-Versionen in den Light-Gray-Bereich. Die Kunst besteht darin, den Farbton so grob und effektvoll wie möglich und so wenig grau wie nötig zu gestalten. Da spielt auch oft die Form des Autos noch eine große Rolle, damit der Farbton an zu wenig definierten Flächen noch charakteristisch und effektvoll aussieht. Ein weißer Solid-Metallic hat immer eine sehr keramisch anmutende und puristische Note – was zur Zeit sehr gefragt ist. In der Vergangenheit haben sich bereits mehrere Solid-Metallic Varianten in anderen Farbgebieten etabliert. Der „Ceramic“- oder „Frosty“-Look ist damit eine Fortsetzung dieses Trendgedankens.

In welche Richtung geht aus Ihrer Sicht der Weiß-Trend in Europa? Wird es mehr Drei- und Vierschichter geben? Mehr Unis? Oder sind die Solid Metallics ein idealer Kompromiss?

Insgesamt hat der Weißtrend in Europa bereits seinen Zenit erreicht und wird in den Folgejahren weiterhin abnehmen, die stärkste Abnahme stellen wir im SUV-Bereich fest. Aber das Volumen wird nach wie vor stark bleiben – für uns heißt das, dass wir auch künftig noch viele spannende Weiß-Varianten finden müssen – egal ob Unis, Pearls oder Solid Metallics.

Frau Dirks, vielen Dank für das Gespräch.

Elke Dirks, Automotive OEM Color Designer bei Axalta für Europa, den Nahen Osten und Afrika, rechts, neben OEM Color Stylistin Christiane Lüdecke.Foto: Axalta
Der überwiegende Anteil weißer Fahrzeuge in Europa wird in schlichtem Uniweiß ausgeliefert.Foto: M. Rehm
Relativ neu sind Solid-Metallic-Weißtöne, bei denen ein grobes Aluminium mit einem deckenden Weißpigment in einer einzigen Schicht kombiniert wird.Foto: M. Rehm

Die Welt in Farbtrends

  • Weltweit Ausgehend von der Spitzenposition der Farbe Weiß zeichnet sich
    ein Trend hin zu glänzenden Perlmuttfarben für Fahrzeuge des Luxussegments ab.
    Weiße Perlmuttfarbtöne konnten 2017 vier Prozent dazugewinnen.
  • Afrika Grau konnte um drei Prozentpunkte zulegen und hat nun mit 11 Prozent
    den zweistelligen Bereich erreicht.
  • Asien Weiß dominiert und steht an Nummer eins mit 52 Prozent der verkauften Neuwagen in der Region. China hat mit 62 Prozent den höchsten Anteil an weiß
    lackierten Fahrzeugen weltweit. In Japan kommen mit 28 Prozent vor allem weiße Perlmuttfarbtöne zum Einsatz.
  • Europa Mit 20 Prozent ist Grau in Europa beliebter als in allen anderen Erdteilen.
  • Nordamerika: Blau gewinnt an Beliebtheit, besonders im Kompakt- und Sportwagensegment, wo es um sechs Prozentpunkte zunahm und nun insgesamt 16 Prozent verzeichnet.
  • Russland Weiß, die beliebteste Farbe der Region, ist von 28 auf 32 Prozent
    gestiegen. Auch Silber hat um drei Prozentpunkte zugelegt.
  • Südamerika Grau ist der aufsteigende Stern Südamerikas und erlebt eine Zunahme von acht auf elf Prozent.

Natürlich Weiß: Axaltas Autofarbe des Jahres 2018

Axalta Coating Systems hat mit StarLite seine Autofarbe des Jahres 2018 bekannt gegeben. StarLite ist eine moderne, technikaffine und hochwertige Farbe für Autos von heute und der Zukunft.
Als Produkt der für Autohersteller entwickelten ChromaDyne-Linie von Axalta ist StarLite ein heller und reflektierender Farbton. Das Dreischichtlackierungsverfahren von Axalta, dessen Formulierung synthetische Pearl-Flakes enthält, verleiht StarLite einen auffälligen Perlmutteffekt.
Die raffinierte Farbe ist so konzipiert, dass sie auf allen Fahrzeugklassen für eine großartige Optik sorgt, gleichzeitig aber auch funktionale Vorteile bietet. „In Anbetracht des derzeitigen Beliebtheitsgrads könnte der Zeitpunkt, StarLite als Impulsgeber in der Automobilbranche hervorzuheben, nicht besser gewählt sein“, bemerkt Nancy Lockhart, Global Color Marketing Manager von Axalta. „Weiße Autos sind überall zu sehen, aber gerade der Anstieg in der Beliebtheit von lichtreflektierenden Perlmuttpigmenten unterstreicht StarLites Rolle als moderner und luxuriöser Farbton.“