Reichlich Retro

Beim Motorraddesign liegt Vintage-Look voll im Trend

MR

Das Glemseck 101, an der ehemaligen Solitude-Rennstrecke in Leonberg bei Stuttgart, ist eines der größten – und definitiv coolsten – Motorradtreffen in Europa. An die 70.000 Besucher kamen auch in diesem Jahr am ersten Septemberwochenende, um die Sprintrennen über die 1/8-Meile zu verfolgen, das Bühnenprogramm zu genießen und fachzusimpeln. Das Glemseck 101 ist aber nicht nur ein Event für Motorradfans, sondern auch eine große Open-Air-Ausstellungsfläche, auf der sich verfolgen lässt, welche Bikes gerade im Trend sind und wie sie individualisiert werden können. Besondere Spezialität beim Glemseck: Custombikes, Retrobikes und Caferacer. Selbst die bekannten Hersteller zeigen hier häufig nicht ihre Bikes von der Stange, sondern spektakuläre Umbauten. Die Mehrzahl der Aussteller bilden aber Tuner und Schrauber wie Walzwerk, Krautmotor, Cafemoto oder Wrenchmonkees, die Basismotorräder aus europäischer oder asiatischer Produktion entschlacken, leichter machen und anschließend neu aufbauen. Tiefe Lenker, Startnummerntafeln und kleine Sitzbänke erinnern oft an historische Renner. Unter Metallrahmen und Tank finden sich häufig moderne Fahrwerke und aktuelle, starke Motoren. Definitiv Retro ist die Lackierung. Tank, Rahmen und Verkleidung werden kunstvoll mit Patina versehen. In den seltensten Fällen sind Schleifkratzer, Rost oder gar abblätternde Farbe echt. Daneben finden sich Pinstripe-Motive, Airbrush im Stil der 60er und 70er-Jahre, einfach alles, was früher so dazugehörte – und heute angesagter ist denn je.