Staubtrocken, montagetrocken – polierfähig!

Profitipp: Finish fängt bei der Trocknung an

Der letzte Arbeitsschritt der Werkstatt vor der Rückgabe eines Fahrzeugs an seinen Besitzer ist wichtig für den Erfolg der Instandsetzung, denn beim Finish besteht die Möglichkeit, kleinste Fehlstellen noch zu eliminieren und dem Wagen den optimalen Glanz zu verleihen. Aber wussten Sie, dass der Grundstein zum erfolgreichen Finish gleich nach der Applikation gelegt wird? „Ob die Polierarbeiten am Ende des gesamten Instandsetzungsverfahrens sicher und wirtschaftlich sowie mit einem überzeugenden Ergebnis verlaufen, entscheidet sich schon in der Lackierkabine“, erklärt Sascha Petschke, Trainer Nexa Autocolor.

Optimal trocknen

Lackierer sollten unbedingt darauf achten, die Trocknungsparameter einzuhalten, die in den technischen Datenblättern der verwendeten Lackmaterialien angegeben sind. „Optimal wäre es, das Finish durchzuführen, wenn der Lack komplett durchgehärtet ist, da dann keine chemischen Prozesse mehr stattfinden – das kann aber mehrere Wochen dauern und ist daher im Grunde nicht möglich“, so Sascha Petschke. „Die Werkstatt ist in puncto Polieren auf der sicheren Seite, wenn das Team die Angaben zu den Trocknungsgraden in den technischen Datenblättern beachtet. Staubtrocken, montagetrocken und polierfähig sind hier die Stichworte: Ein bestmögliches Finish ist hier erreichbar, wenn die Decklackierung einen bestimmten Härtegrad erreicht hat. Dafür sollte der Lack entsprechend durchgetrocknet, also polierfähig sein.“ Sein Tipp: Egal ob per forcierter Trocknung im Ofen, per Infrarot oder mittels Lufttrocknung, besonderes Augenmerk sollten Lackierer auf die Einhaltung der in den Datenblättern vermerkten Trocknungszeit legen. Die entsprechenden Angaben sind in den technischen Datenblättern angegeben. Ebenfalls essenziell ist die korrekte Objekt- bzw. Oberflächentemperatur des applizierten Objektes bei der Trocknung. Auch sollte die Trocknungstemperatur unbedingt über die gesamte angegebene Trocknungszeit eingehalten werden. „Nur so erreichen Sie eine optimale Durchtrocknung sowie den idealen Härtegrad der Oberfläche für ein ebenso sicheres wie effizientes Finish“, erklärt der Experte von Nexa Autocolor. „Hat das Lackmaterial nicht den Härtegrad für sicheres Polieren erreicht, besteht die Gefahr, dass beim Finish Fehlstellen entstehen, die zeit- und kostenintensiv bearbeitet werden müssen – im schlimmsten Fall muss das Objekt neu lackiert werden.

Auf den Härtegrad achten

Zum anderen können kleine Lackfehler wie Staubeinschlüsse oder Strukturbildungen nicht vollständig entfernt werden und sind gegebenenfalls nach Tagen wieder sichtbar. Hier steht dann die Reklamation des Kunden im Raum. Weiterhin sollte beim Polieren selbst auf die Auswahl des idealen Poliermittels geachtet werden. Sascha Petschke: „Der Markt bietet heute zahlreiche Materialien für die verschiedenen Härtegrade der zu polierenden Lackoberfläche an. Haben Sie bei der Trocknung alle relevanten Parameter beachtet und setzen Sie auf das für das applizierte Lackmaterial optimale Poliermittel, steht dem perfekten Finish nichts mehr im Wege!“