Startseite » Technik »

Herkules Liftwerk erweitert Portfolio um Hebebühnen für Kfz-Betriebe

Hebebühnen
Start-up mit viel Erfahrung

Herkules Liftwerk erweitert sein Portfolio um Hebebühnen für Lackierer und Karosseriebauer. Wir haben das Unternehmen besucht und mit den Verantwortlichen gesprochen.

Comeback-Storys sind immer die schönsten. Und dass das „Herkules Liftwerk“ aus Kaufungen eine solche liefert, wird klar, sobald man sich ein wenig mit der Historie der Firma und der handelnden Akteure befasst. „Herkules“ – der Name klingt für Kenner der Lack- und Karosseriebranche natürlich vertraut. Herkules Hebetechnik aus Kassel, heute eine Tochter der schwedischen Hedson Technologies AB, ist renommierter Lieferant von Hebebühnen für Lackier- und Karosseriebetriebe. Die Produktion in Kassel wurde allerdings vor einiger Zeit aufgegeben. Und auch von manchen in der Branche bekannten Personen hat man sich im Zuge von Umstrukturierungen getrennt. Warum es jetzt ein Comeback für die Hebebühnenproduktion in Kassel und für einige branchenbekannte Akteure gibt, erklären uns Herkules Liftwerk-Geschäftsführer René Bartsch und Bernd Hoffmann, der den neu geschaffenen Bereich Automotive vertrieblich verantwortet.

Herr Bartsch, Herr Hoffmann, bevor wir auf Ihr Hebebühnenprojekt zu sprechen kommen – könnten Sie uns die für Außenstehende vielleicht verwirrende Namensgleichheit der beiden „Herkules-Marken“ erklären?

René Bartsch: Unsere jetzige Firma Herkules Liftwerk war unter dem Titel Herkules Rehatechnik rund drei Jahre lang ein Tochterunternehmen der Herkules Hebetechnik am Standort Kassel. Primär beschäftigten wir uns mit Rollstuhlhebebühnen. 2013 verselbstständigten wir uns in Form eines Management Buyouts, zogen nach Kaufungen um und nannten uns fortan Herkules Liftwerk. Nach wie vor bewegten wir uns im Bereich Rollstuhlhebebühnen und barrierefreies Wohnen und Leben.

Wie kam es dann zur Erweiterung der Portfolios in Richtung Automotive?

René Bartsch: Als uns Anfang 2017 die Nachricht erreichte, Herkules Hebetechnik wolle die Produktion in Kassel auslagern, übernahmen wir quasi am selben Tag den Maschinenpark und
einen Großteil der Mitarbeiter. Natürlich waren wir damit etwas „oversized“ und überlegten uns, wie wir diese
Kapazitäten auslasten könnten.

Logischerweise mit Hebebühnen …

René Bartsch: Einerseits war das naheliegend. Andererseits galt es zunächst, die Konstruktionsabteilung entsprechend auszubauen, dann mussten wir natürlich eine Wettbewerbsfrist einhalten – und nicht zuletzt ist es, selbst wenn man genau aus dieser Branche kommt, alles andere als einfach, eine für Lackierbetriebe optimale pneumatische Hebebühne zu bauen.

Wo liegt denn die technologische Hauptschwierigkeit?

Bernd Hoffmann: Das zentrale Thema beim Bau dieser Bühnen ist der Luftbalg. Viele denken ja, sie kriegen so ein Gummiding irgendwoher. Aber die Bedeutung des Luftbalgs und die Anforderungen, die dieses Bauteil erfüllen muss, werden dramatisch unterschätzt.

René Bartsch: Auch wir haben eineinhalb Jahre gesucht, bis wir einen Lieferanten gefunden haben. Und das, obwohl wir ganz genau wussten, was wir wollten.

Worin liegt die Bedeutung des Luftbalgs?

René Bartsch: Ganz einfach: In der Werkstatt möchte man eine möglichst kleine, möglichst universelle, möglichst niedrige Bühne haben. Eine Bühne mit ganz kurzen Auffahrrampen. Das geht nur, wenn der Luftbalg als zentrales Hebeelement große Lasten sicher anhebt, gleichzeitig aber sehr kompakt ist und sich im eingefahrenen Zustand auf minimale Höhe zusammendrücken lässt.

Warum sind überhaupt pneumatische Bühnen, also Bühnen mit Luftbalg, im Lackierbetrieb so verbreitet?

Bernd Hoffmann: Druckluft ist ein Medium, das auch in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden kann. Rund um das Auto kann ich bei einer Hebebühne mit Luftbalg frei arbeiten, bei Säulenbühnen sind die Säulen im Weg. Eine Alternative wären Hydraulikbühnen, aber da sind dann schnell Öle und Silikone im Spiel – und die will man ja im Lackierbetrieb nicht.

Wie sieht das Liftwerk-Hebebühnenprogramm für Lackierbetriebe denn nun aus?

Bernd Hoffmann: Wir werden anfangs mit zwei Grundkörpern auf den Markt kommen, die bis auf ihre Hubhöhe
nahezu identisch sind. Und wir bauen konsequent modular. Das heißt, es gibt eine Variante, bei der das Fahrzeug an den Rädern angehoben wird, und eine Variante, die sowohl an den Rädern wie auch an den Aufnahmepunkten des Fahrzeugs ansetzen kann.

René Bartsch: Außerdem wird es eine Zweibalg-Bühne und eine Dreibalg-Bühne geben. Beide werde in der Lage sein, Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen auf eine Höhe von
einem oder sogar 1,3 Meter zu heben.

Wie würden Sie denn den Markt für Hebebühnen im Lackierbereich beurteilen? Wie groß ist das Potenzial?

Bernd Hoffmann: Wenn wir etwas weiter zurückblicken, dann kann man
sagen, dass sich Hebebühnen im Lackierbereich von einer Option zu einem Must Have entwickelt haben. Die Frage ist bei neuen Projekten nicht mehr, ob man mit Hebebühnen in der Vorbereitung und in der Kabine arbeitet, sondern wie viele es denn sein sollen. Und ich denke, die Zahl der Bühnen pro Betrieb wird weiter steigen. Daher ist es gerade im K + L-Bereich sehr wichtig, gute, funktionelle Bühnen mit solidem Preis-Leistungsverhältnis anzubieten.

Warum steigt die Anzahl der Bühnen pro Betrieb?

René Bartsch: Das hängt zum einen mit höheren Ansprüchen an die Ergonomie zusammen, zum anderen daran, dass immer mehr Arbeiten in den Vorbereitungsbereich verlegt werden. Und dabei ist eine Bühne unverzichtbar.

Welche Auswirkungen hat die E-Mobilität auf Ihr Business? E-Fahrzeuge sind ja, einmal vom Strom genommen, nicht mehr ohne Weiteres zu rangieren.

Bernd Hoffmann: Auch hier sehen wir großes Potenzial – sowohl für Hebebühnen als auch für ein Transportsystem. Ich glaube, ich verrate kein Geheimnis: Mittelfristig wird es ein solches System auch von Herkules Liftwerk geben.

René Bartsch: Wir gehen mit großem Optimismus in den Lack- und Karosseriemarkt: Wir haben das Konstruktions-Know-how, wir haben mit Bernd Hoffmann einen ausgewiesenen Vertriebsexperten für diese Branche im Boot, und wir haben eine hochmoderne Produktion, um Bühnen und Systeme zu liefern. Und zwar komplett „Made in Germany“.

Herr Bartsch, Herr Hoffmann, herzlichen Dank für das Gespräch. mr■

www.liftwerk.de


René Bartsch

„Wir gehen mit
großem Optimismus
in den Lack- und Karosseriemarkt.“


Bernd Hoffmann

„Das zentrale Thema beim Bau dieser Bühnen ist der Luftbalg“

Anzeige

Neueste Videos
Unternehmen im Fokus
Anzeige
Aktuelle Ausgabe
Titelbild Lackiererblatt 5
Aktuelle Ausgabe
05/2021
EINZELHEFT
ABO
FACEBOOK


Malerblatt Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Malerblatt-Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum arcguide Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des arcguide Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de