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Erfolgreich im Netz

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Erfolgreich im Netz

Wie viel Online-Präsenz braucht der Karosserie- und Lackierbetrieb?

Stefan Endres

Nicht nur bei der Werkstattsuche, auch beim Vergleich des Leistungs- und Servicespektrums mehrerer Reparaturbetriebe miteinander spielt das Internet eine immer wichtigere Rolle. Denn über alle Altersgruppen hinweg und egal welch sozialer Herkunft wächst die Zahl derer, die sich online über potenzielle Dienstleister informieren, stetig. Dabei steht es außer Frage, dass eine attraktive Website im Jahr 2016 für den freien Werkstattbetrieb zum Mindeststandard der Außendarstellung für die Gewinnung von privaten oder gewerblichen Neukunden gehört.
Was aber bedeutet attraktiv, welche Rolle spielen dabei Suchmaschinenoptimierung und -marketing? Und sollte ein Werkstattbetrieb auch Social Media-Kanäle in die Firmenkommunikation miteinbeziehen?
Diese Fragen haben wir Verbänden, Schadensteuerern und Dienstleistern in der K&L-Brache gestellt. Lesen Sie im folgenden Artikel eine Zusammenfassung der Antworten von:
Dr. Albert Bill, Geschäftsführer BV Farbe, Bundesfachgruppe Fahrzeuglackierer (BFL),
Dr. Klaus Weichtmann, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF),
Marco Weitner, bei der Innovation Group verantwortlich für das Werkstattnetz,
Jens Wagner, Berater im Glasurit Kundennetzwerk ColorMotion,
Karsten Stöcker, Leiter des Axalta Werkstattsystems IDENTICA und
Robert Paintinger, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Partnerwerkstätten e.V. (BVdP).
Frage 1: Was sollte ein K&L-Betrieb heute auf seiner Website bieten, welche Services machen dabei Sinn?
Große Übereinstimmung herrscht bei der Beschreibung der Basics, die die Website eines Werkstattbetriebes enthalten soll. Gleiches gilt auch für Aufbau und Design der Online-Präsenz. So soll der Webauftritt professionell und modern gestaltet werden, einen kompletten Überblick über das Leistungsspektrum des Werkstattbetriebes geben und eine einfache Bedienung sowie eine schnelle Kontaktaufnahme ermöglichen. Die Details dazu finden Sie im Infokasten „Website-Tipps“.
Auf einen wichtigen rechtlichen Aspekt weist darüber hinaus Marco Weitner von der Innovation Group hin: „Wir empfehlen jedem Betrieb, seine Seiten regelmäßig auf Gefahren durch Abmahnungen prüfen zu lassen“. Robert Paintinger vom BVdP und Dr. Klaus Weichtmann vom ZKF betonen die Bedeutung einer gut gemachten Webpräsenz im Schadenmanagement von Versicherern und Assisteuren. „Wenn der Steuerer im Falle eines gelenkten Schadens dem Kunden bei der Vermittlung einer Werkstatt zwei oder drei Fachbetriebe empfiehlt, dann gibt heute oft die Qualität der Website Ausschlag darüber, für welchen Fachbetrieb sich der Unfallgeschädigte am Ende tatsächlich entscheidet“, so der Geschäftsführer des BVdP.
Frage 2: Welche Rolle spielen Ihres Erachtens dabei Aktualität und Optik, aber auch technische Aspekte wie Suchmaschinenoptimierung?
Nach Ansicht der Experten wird die Website im Marketing-Mix eines Werkstattbetriebes zusehends weiter an Bedeutung gewinnen. Alleine deshalb sollte die Online-Präsenz regelmäßig gepflegt und aktuell gehalten werden. Denn wer im Netz nach einem Karosserie- und Lackierfachbetrieb sucht, der erwartet ein zeitgemäßes Seitendesign, aktuelle Inhalte und eine serviceorientierte Funktionalität. All diese Punkte vermitteln den Besuchern der Website letztendlich fachliche Kompetenz und ein positives Image. Um auf den Ergebnisseiten der Suchmaschinen möglichst weit oben platziert zu sein, ist eine dafür optimierte Website mittlerweile unumgänglich. Dafür muss nicht nur die Technik stimmen, auch die Suchbegriffe, unter denen Sie gefunden werden sollen, müssen Ihre Leistungen und Ihr regionales Einzugsgebiet wiedergeben. Sowohl bei der Pflege der Website wie auch bei der Suchmaschinenoptimierung sollten Sie auf externe Unterstützung zurückgreifen, Billig-Lösungen sind hier fehl am Platz. Nur die kontinuierliche Unterstützung vom Fachmann bringt Sie hier ans Ziel – ähnlich wie bei der fachgerechten Reparatur eines Unfallschadens. Achten Sie dabei aber stets auch darauf, so die Empfehlung der Branchenkenner, dass Aufwand und Nutzen in einem realistischen Verhältnis stehen.
Frage 3: Kann eine Facebook-Fanpage den K&L-Fachbetrieb weiterbringen. Ist das Thema social media interessant?
Das Thema social media – und hier ist in der Hauptsache Facebook gemeint – ist bereits in der Schadenwelt angekommen. Auch für K&L-Betriebe, so die Einschätzung der befragten Branchenexperten, wird die Integration von Facebook in die Kundenkommunikation immer interessanter und darf nicht unterschätzt werden. Das soziale Netzwerk stellt heute eine sicherlich interessante und spannende Option zur erweiterten Neukundengewinnung und zur erfolgreichen Kundenbindung dar. So können beispielsweise aktuelle Aktionen, Stellenangebote oder soziales Engagement ganz aktuell „gepostet“ und den Followern der Seite kommuniziert werden, und genau davon lebt eine Fanpage auf Facebook. Für Werkstattbetriebe also, die sich auf das Abenteuer social media einlassen, bedeutet diese Art der Kommunikation einen relativ hohen Pflegeaufwand, da in kurzen Zeitintervallen interessante Themen aufbereitet und gepostet werden müssen. Gelingt dies nicht, kann sich eine Fanpage sogar negativ für deren Betreiber auswirken. Klarer Rat der Experten zu Facebook also: wenn sie die entsprechenden Kapazitäten haben und den Aufwand nicht scheuen, dann nutzen Sie das soziale Netzwerk. Gehen Sie dabei aber nach einem Masterplan vor, der Sie dabei unterstützt, wöchentlich News, Geschichten aus dem Betrieb, Angebote oder interessante Aufträge zu posten. Bevor Sie allerdings Gefahr laufen, eine veraltete Facebook-Seite zu betreiben, verzichten Sie lieber (noch) auf einen Social-Media-Auftritt und investieren stattdessen in die eigene Website.
Frage 4: Sehen Sie darüber hinaus sinnvolle Online-Kooperationen für K&L-Fachbetriebe wie z. B. Portale zur Vermittlung von Reparaturleistungen bzw. Abschleppleistungen oder gar zur kompletten Abwicklung und Schadensregulierung (Bsp. unfallhelden.de)?
Eher zurückhaltend beurteilen die befragten Branchenkenner die Möglichkeiten, die Portale zur Schadenregulierung oder Reparaturbörsen bieten. Hier sollten die Betriebe kritisch prüfen und dann individuell entscheiden, ob die Teilhabe an der vom Portal gebotenen Dienstleistung Sinn mache. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch, so Jens Wagner von ColorMotion, „dass bei der Schadenregulierung immer alle erforderlichen Parteien mit einbezogen werden. Online funktioniert das nur eingeschränkt. Die Begutachtung eines Schadens erfordert nach wie vor einen Besuch vor Ort und die Expertise eines Fachmanns.“ Grundsätzlich aber gilt, wie Dr. Weichtmann zu Bedenken gibt, dass Online-Börsen bzw. Portale auch für die Werkstätten immer wichtiger werden, je häufiger Onlinerecherchen durchgeführt werden. Deshalb sollten die Fachbetriebe diese Entwicklung – neu sind z. B. Ersatzteil-, Anwalts- und Sachverständigenbörsen – ernst nehmen und im Auge behalten. Nach Einschätzung des ZKF wird es in naher Zukunft Portale geben, an denen die Werkstätten teilnehmen müssen, weil Autofahrer, Flottenbetreiber, Versicherer oder Dienstleister dies fordern.
Deutlich positiver fällt bei Identica-Chef Karsten Stöcker das Urteil zu Online-Bewertungsportalen wie kennstdueinen.de aus: „Hier sehen wir einen klaren Nutzen für K&L-Betriebe. Denn durch die positiven Bewertungen verbessern die IDENTICA-Partner ihr Ranking auf den Ergebnisseiten der Suchmaschinen im Internet und stärken ihre eigene Web-Präsenz.“ Allerdings kann die Kooperation mit einem Bewertungsportal auch schnelles, aktives Handeln erfordern. Denn bei einer negativen Bewertung gilt es zeitnah zu reagieren, um die Sachlage klarzustellen oder positiv zu deeskalieren.
Auch Dienstleistungen, wie der DAT-Service „Fairgarage“, der online die Suche nach einer Werkstatt oder gar die Vereinbarung eines Werkstatt-Termins anbietet, können den teilnehmenden Fachbetrieben etwas bringen. Vor allem die Möglichkeit, den Dialog zur Terminvereinbarung auf die eigene Website des Reparaturbetriebes zu integrieren, bringt potenzielle Kunden und Werkstätten zeitgemäß in Kontakt.
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