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Leichenwagen in Sonderlackierung

Bestattungswagen
Sonderfahrzeuge für die letzte Reise

Die letzte Reise legt man in der Regel in einem Bestattungswagen zurück. Kuhlmann Cars in Heiden hat sich auf den Aufbau verschiedener Mercedes-Modelle zu Bestattungswagen spezialisiert.

Bestattungswagen zu lackieren klingt für den Laien recht eintönig. Wahrscheinlich, so meint man, sind sie alle schwarz. Dass das nicht der Fall ist, durften wir bei der Firma Kuhlmann Cars in Heiden/Borken erfahren: „Bei uns kann jeder Kunde das Design individuell festlegen. Wir hatten auch schon ein giftgrünes Fahrzeug hier, allerdings kommt das eher selten vor“, erklärt Amelie Kock am Brink, Marketing bei Kuhlmann Cars.

Der individuelle Look

Mehr als zehn verschiedene Karosserievarianten für die jeweiligen Fahrzeugmodelle bietet Kuhlmann Cars den Bestattungsunternehmen an. Das Design? Variabel. „Wir überlegen uns am Anfang, wie ein Fahrzeug zum Beispiel auf Basis einer Mercedes-Benz-E-Klasse aussehen könnte und legen dann Form und Design der Karosserie-teile fest“, erklärt Kuhlmann-Cars-Geschäftsführer Michael Salzmann. Die Lackierung, die Bespannung der Gardinentafeln und das Trennwanddesign kann sich der Kunde nach eigenen Wünschen individuell zusammenstellen. „Das Basisfahrzeug hat zwar schon eine Farbe, aber da wir wegen des Aufbaus bei den Limousinen ohnehin das ganze Fahrzeug lackieren, ist das unerheblich und der Kunde kann die Farbe frei wählen“, führt Salzmann aus. So können die Fahrzeuge zum Beispiel komplett im Corporate Design des Bestattungsunternehmens gestaltet werden. Längst verkaufen sich die Fahrzeuge nicht mehr nur in gedeckten Farbtönen, schließlich ist auch der Tonus auf Trauerfeiern nicht immer trist und grau.

Durchtrennt und verlängert

Die Firma baut hauptsächlich Fahrzeuge auf Basis von Mercedes-Benz-Limousinen und -Transportern um. Die Transporter kommen bereits unbestuhlt im Fond bei Kuhlmann Cars an, wo innerhalb von etwa drei Wochen der Auf- und Innenausbau erfolgt. Bei den Limousinen ist es aufwendiger: Sie werden hinter der Fahrertür durchtrennt und das Fahrzeug wird verlängert. In der Karosserieabteilung bilden dann Karosserie-Teile aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) die Form des typischen Bestattungswagens. Anschließend bereiten die Lackierer das Sonderfahrzeug vor, lackieren es in einer der drei Lackierkabinen am Standort in Borken und machen das Finish. Für den Innenausbau kommt das Fahrzeug in die Produktion nach Heiden und ist nach der abschließenden Qualitätskontrolle für die Kunden abholbereit.

Qualität gewährleisten

Auf dem Weg vom Benz zum Kuhlmann Car ist eines besonders wichtig: „Die Qualität unserer Fahrzeuge steht bei uns an erster Stelle. Wir kontrollieren diese nicht nur, sondern produzieren und leben sie. Das gilt besonders für die Lackierarbeiten, denn auch hier gilt: Der erste äußere Eindruck ist entscheidend“, betont Michael Salzmann. Zwei bis vier Särge passen in die umgebauten Fahrzeuge hinein.

Hochemotional und eng im Austausch

„Der Bestattungswagen ist das Aushängeschild eines Bestattungsunternehmens“, erklärt Michael Salzmann. Der Moment, wenn der Bestatter das neue Fahrzeug abholt, sei daher sehr emotional. „Die meisten Bestattungsunternehmen haben ein bis zwei Fahrzeuge im Einsatz, die im Durchschnitt alle zehn Jahre durch ein neues Fahrzeug ausgetauscht werden“, ergänzt er. Kuhlmann Cars hält daher im Herstellungsprozess stets engen Kontakt mit den auftraggebenden Kunden. Die Bestattungsunternehmen können neben Neufahrzeugen bei Kuhlmann Cars auch gebrauchte Wagen kaufen.

Service und Garantie

Kuhlmann Cars baut die Fahrzeuge nach den Aufbauherstellerrichtlinien von Mercedes Benz auf. „Wenn der Kunde einen Mangel am Motor, am Getriebe oder der Beleuchtung hat, greift die Mercedes-Benz-Garantie und er kann das Fahrzeug in jeder Mercedes-Benz-Werkstatt reparieren lassen“, berichtet Salzmann. Das Kuhlmann-Cars-Aftersales-Team kümmert sich um Reparaturen am Innenausbau oder der Karosserie, Flying Doctors bieten zudem deutschlandweit Service vor Ort an. Bei längeren Ausfällen bekommen die Kunden einen Leihwagen.

E-Mobilität auch für Bestatter

Auch e-Vitos oder EQVs von Mercedes Benz befinden sich im Portfolio von Kuhlmann Cars. Aber auch E-Klassen mit Hybridantrieb sind bei den Bestattungsunternehmen sehr beliebt, erklärt Salzmann: „Die Bestatter können sich in der näheren Umgebung rein elektrisch fortbewegen und bei weiteren Transporten die erhöhte Reichweite des Verbrennungsmotors nutzen.“ Zudem sorgt der E-Motor für einen besonders pietätvollen Eindruck, erklärt Michael Salzmann: „Die Kunden können bei der Bestattung auf dem Friedhof komplett geräuschlos vorfahren.“

Breit aufgestelltes Lackiererteam

„Das reine Lackieren ist bei uns in der Regel nicht der größte Teil der Arbeit, wenn es um unsere Limousinen geht. Mehr Aufwand muss für das Schleifen, Spachteln und Füllern der Fahrzeuge investiert werden“, erklärt Salzmann. Die GFK-Teile der Aufbauten stellen besondere Anforderungen an die Lackierer. Dass die Mitarbeitenden breit aufgestellt sind, ist Michael Salzmann wichtig: „Unsere Lackierer sind so geschult, dass jeder alle Arbeiten übernehmen kann.“

Klarer Fokus

Das Unternehmen hat sich beim Fahrzeugverkauf komplett auf Bestattungsunternehmen spezialisiert. „Auch wenn es für manche Interessenten eventuell nahe liegt, hinten eine Matratze und Campingequipment einzubauen, ist klar: In diesem Marktsegment möchten wir nicht aktiv werden, um unsere Identität nicht zu verwässern“, macht Salzmann deutlich. Zudem gebe es andere Anforderungen für die Beförderung von Personen. Dem Toten kann das Design und die Qualität des Fahrzeugs natürlich egal sein, für die Bestattungsunternehmen und Kuhlmann Cars ist klar: Mit einem hochwertigen, professionellen Bestattungswagen – egal, ob schwarz oder giftgrün – ist der kompetente Eindruck bei den Hinterbliebenen sicher. Um die letzte Reise so angenehm wie möglich zu machen. am■

www.kuhlmann-cars.de


Über Kuhlmann Cars

1992 wurde das Unternehmen von Udo Schmidt gegründet und die

Sonderfahrzeuge wurden zunächst durch externe Partner umgebaut. Mit dem Produktions- und Verwaltungssitz in Heiden kam alsbald ein Karosseriewerk in Ramsdorf und die Lackiererei in Borken hinzu. Hundert MitarbeiterInnen arbeiten bei Kuhlmann Cars, davon zehn in der Lackiererei. Heute hat Michael Salzmann gemeinsam mit seinem Vater die Geschäftsführung inne.

www.kuhlmann-cars.de


Neue Mitarbeiter online finden

Für die Mitarbeiterakquise geht Kuhlmann Cars gerne neue Wege: Über die Online-Plattform PAJOO, ein Projekt von BASF, sind bereits mehrfach Fachkräfte aus dem Ausland in die Lackiererei vermittelt worden. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Im Team funktioniert das wunderbar, auch wenn ein neuer Mitarbeiter zunächst noch Sprachbarrieren hat“, berichtet Geschäftsführer Michael Salzmann. Das Unternehmen unterstützt neue Mitarbeitende von Beginn an und hilft etwa bei der Anmeldung bei VHS-Sprachkursen und bei der Wohnungssuche.

www.pajoo.eu

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