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Den Meister machen – und dann?

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Den Meister machen – und dann?

Chancen und Perspektiven – wir fragten Absolventen

Wer die Meisterprüfung ablegt, möchte einen Betrieb eröffnen oder übernehmen, meist den elterlichen. So war das früher zumindest. Heute ist das Spektrum an Möglichkeiten breiter. Der Meisterbrief zeugt von Selbstständigkeit und Führungsverantwortung. Beides ist nicht nur in der klassischen Chefrolle gefragt, sondern natürlich auch in der „zweiten Führungsebene“ größerer Handwerksbetriebe, im Fachhandel, in der Industrie oder bei Tätigkeiten in der technischen Beratung oder als Technischer Lehrer. Wir haben einige Absolventen des Meisterjahrgangs 2012/2013 der Stuttgarter Schule für Farbe und Gestaltung am Ende ihrer Ausbildung nach ihren weiteren Zielen und Wünschen gefragt, aber auch danach, ob die Ausbildung zum Meister und die Vorbereitung auf die Prüfung ihren Erwartungen entsprochen haben. MR

Noch nie so viel gelernt im Leben
„Meine Motivation für die Meisterschule bestand vor allem darin, dass ich vor drei Jahren Vater geworden bin und mir überlegt habe, welche langfristige berufliche Perspektive ich mir auch in finanzieller Sicht aufbauen kann. Mein Ziel ist es, innerhalb der nächsten fünf Jahre einen eigenen Betrieb zu gründen. Entstanden ist dieser Plan während der Meisterausbildung, die bei mir die Lust auf Selbständigkeit erweckt hat. Zunächst werde ich aber als Werkstattmeister in den alten Betrieb zurückgehen und dort eher in den Bereichen Organisation, Koordination, Kalkulation tätig sein. Meine Erwartungen an die Meisterausbildung sind übertroffen worden. Positiv, was die Menge an Erlerntem angeht, weniger positiv, was den Aufwand und die Schwierigkeit angeht. Speziell die Bereiche Rechnungswesen Rechts- und Sozialwesen sind praktisch Neuland, in das man sich mühsam einarbeiten muss. Ich habe im Leben noch nie so viel gelernt.“ Patrick Horn
Mehr Verantwortung übernehmen
„Weshalb ich den Meisterkurs gemacht habe? Ich möchte nicht mein Leben lang in der Werkstatt stehen, sondern weiterkommen und mehr Verantwortung übernehmen. Zunächst werde ich erst einmal „schaffen“ und das durch die Meisterausbildung entstandene Loch in der Kasse stopfen. Danach werde ich überlegen, wie es weitergeht. Auch eine Tätigkeit in der Lackindustrie wäre eine Option, und warum kein „Krawattenjob“? Die Erwartungen gerade in Fächern wie Betriebswirtschaft fand ich beim Meisterkurs sehr hoch. Ich hätte mir auch mehr Hilfe und Orientierung bei der Organisation der Ausbildung und auch der Prüfung erwartet.“ Sebastian Gerecht
Alle Optionen prüfen
„Ich sehe die Meisterausbildung als Vorsorge für die Zukunft – mit 50 Jahren will ja keiner mehr täglich in der Kabine stehen. Zwischen der Gesellenprüfung und dem Beginn des Meisterkurses sind zehn Jahre vergangen – da war es Zeit für den nächsten Schritt. Die Perspektive, im alten Betrieb zu bleiben, besteht schon. Aber ich möchte jetzt alle Optionen prüfen, immerhin bezahlt man die Kosten für die Meisterausbildung ja aus eigener Tasche. Praktisch möchte ich künftig auf jeden Fall arbeiten, eventuell auch in der Anwendungstechnik. Die Erwartungen an den Meisterkurs haben sich für mich erfüllt, auch weil ich mir die Schule sorgfältig ausgesucht habe. Am schwierigsten und aufwendigsten waren die Teile zwei und drei der Meisterprüfung. Im praktischen Teil konnte ich dafür stark von meiner zehnjährigen Berufserfahrung profitieren.“
Marko Bischoff
Steigenden Ansprüchen gerecht werden
„Ich war nach Abschluss der Ausbildung sieben Monate als Geselle im Lackiercenter tätig. Schon dort habe ich festgestellt, dass die Ansprüche an das Lackiererhandwerk stetig steigen, und die Generation, die jetzt in den Werkstätten arbeitet, lässt sich nicht immer auf diesen Standard ein. Mein Plan sieht vor, zunächst in den Außendienst zu gehen, um in mehrere Betriebe reinzuschnuppern. Irgendwann möchte ich dann einen eigenen Betrieb aufmachen, um die Erfahrungen zu verarbeiten. Die Meisterausbildung ist im Großen und Ganzen so verlaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Etwas überraschend und gewöhnungsbedürftig war, dass man doch sehr viel auf sich allein gestellt ist. Man muss sich, anders als in der Schule, selbst dahinterklemmen und wird nicht mitgezogen.“ Alexander Vogel
Klare Perspektive
„Mein Ziel ist ganz klar die Übernahme des elterlichen Betriebs innerhalb eines gemeinsam definierten Zeitrahmens. Die Meisterausbildung ist zusätzlich zum Betriebswirt eine wichtige Etappe dabei. Aufgrund guter Ausbildungsnoten konnte ich dabei von einem Stipendium profitieren und so einen Teil des Kurses finanzieren. Generell stellt sich immer die Frage, wie viel Zeit zwischen Gesellen- und Meisterprüfung verstreichen sollte. Bei mir waren es knapp zwei Jahre, was des Lernen der Theorie natürlich erleichtert – man ist einfach noch drin. Für die Praxis wäre ein längerer Zeitraum besser. Ich gleiche das dadurch aus, dass ich, wenn es die Zeit zulässt, im Betrieb weiterarbeite. Auch aus diesem Grund habe ich mich für den Meisterkurs an der Stuttgarter Schule entschieden. Dort habe ich mich gut betreut und auf die Prüfung vorbereitet gefühlt.“ Kevin Birk
Einblick in die Kosten
„Ich war neun Jahre in einem Kleinbetrieb, dann vier Jahre in einem größeren, sodass 14 Jahre zwischen Gesellen- und Meisterprüfung vergangen sind. Die Praxis hat mir daher keine Probleme gemacht, aber die theoretischen Kenntnisse waren schon etwas verblasst. Trotzdem fand ich den BWL-Teil extrem spannend. Wo entstehen Kosten im Betrieb, welchen Umsatz muss man erzielen, wie muss man kalkulieren? Ich sehe jetzt vieles aus der Praxis unter einem anderen Licht. Nach der Prüfung werde ich erst einmal im alten Betrieb weiterarbeiten. Die Selbstständigkeit habe ich vorerst abgehakt – dafür habe ich zu viel über die Kosten gelernt.“ Francesco Drago
Kontakt nie abgerissen
„Ich komme aus einem großen Karosserie- und Fahrzeugbaubetrieb, und der Kontakt ist nie abgerissen. Während der Meisterausbildung habe ich in den Ferien immer mal wieder dort gearbeitet, zur Erholung vom Lernen, sozusagen. Dass ich mich weiterbilde, wurde vom Betrieb auch unterstützt. Wir haben gemeinsam überlegt, welche weiteren Positionen mit mehr Verantwortung es im Betrieb geben kann, und sind auf die Meisterausbildung als Voraussetzung dafür gekommen. Während des Meisterkurses war ich überrascht, dass die Bereiche BWL, Recht und Sozialwesen so viel Platz einnehmen, aber zur Prüfung war ich gut vorbereitet.“ Daniel Grau
Berufswunsch: Sachverständiger
„Mein Ziel hat sich während des Meisterkurses ein paar Mal verändert. Erst wollte ich ins Ausland, jetzt ist ein Job als Sachverständiger mein Favorit. Meine Erwartungen an den Meisterkurs haben sich voll erfüllt. Speziell den pädagogischen Teil der Ausbildung fand ich hoch interessant. Man lernt, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten kann. Auf die Prüfung fühlte ich mich gut vorbereitet, ich konnte mir ein genaues Bild davon machen, was verlangt wurde. Entsprechend ruhig und stressfrei lief alles ab.“ Harun Meseli
Meisterkurs als Stellenbörse
„Ich habe gleich nach der Ausbildung begonnen, über einen Meisterkurs nachzudenken; es stehen einem als Meister ja viel mehr Türen offen. Wieviele Möglichkeiten man hat, und welche Angebote es gibt, wird einem während des Kurses erst richtig bewusst. Der Meisterkurs ist eine richtige Stellenbörse. Selbstständigkeit ist wegen der Kosten für mich vorerst keine Option. Aber abgesehen davon könnte ich mir sehr vieles vorstellen – von der Anwendungstechnik bis zum Sachverständigen. Auf die Stuttgarter Schule bin ich über die Ausbilder am Heimatort gekommen. Trotz des umfangreichen Pensums hat der Meisterkurs dort auch viel Spaß gemacht.“ Sergej Becker
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