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Prüfungsfragen für Fahrzeuglackierer

Lernfeld 2, 1. Ausbildungsjahr

Nichtmetallische Untergründe bearbeiten
Der Materialanteil von Kunststoffen bei einem Mittelklassewagen beträgt heute etwa 30 Prozent. Zwei Drittel der verwendeten Kunststoffe werden bei der Innenausstattung verarbeitet. Das restliche Drittel der Kunststoffe ist in Elektrik, Karosserie und Fahrwerk zu finden. Kunststoffe werden aus Gründen des Gewichts und der Korrosionsbeständigkeit eingesetzt. Die Teile werden mit hoher Qualität und Kosten sparend in großer Stückzahl hergestellt.
Kunststoffe
Kunststoffe werden in drei Arten eingeteilt
  • Thermoplaste (Plastomere) sind quellbar und löslich durch Lösemittel.
  • Duroplaste (Duromere) sind hart, nicht löslich und nicht schmelzbar.
  • Elastomere (Elastomere) sind nicht schmelzbar und nicht löslich.
Im Automobilbau kommen Kunststoffe in verschiedenen Kombinationen vor. Durch die Mischungen werden ihre Materialeigenschaften verbessert. Solche Kunststoffmischungen enthalten Zusatzstoffe wie Ruß, Glasfaser und andere Stoffe. Sie werden „Blends“ genannt.
Kunststoff-Kurzzeichen
Im Kfz- Zubehörhandel können Ersatzteile erworben werden, die nachträglich angebaut werden, aber nicht immer die gleiche Zusammensetzung wie die Originalteile der Automobilhersteller aufweisen. Die verwendeten Kunststoffe werden meist durch Abkürzungen bezeichnet. Dabei ist besonders auf die Lösemittelempfindlichkeit zu achten.
Seit 1997 wurde von den Automobilherstellern eine einheitliche Regelung zur Kennzeichnung von Werkstoffen vereinbart. Seitdem werden weltweit alle Bauteile aus Kunststoff ohne Gewichtsbeschränkung gekennzeichnet. Einzige Voraussetzung für die Kennzeichnung ist, dass die Bauteile groß genug sind, um lesbare Kennzeichnung anzubringen. Im Jahr 2003 hat die EU-Kommission die Kennzeichnung von Kunststoffteilen nach DIN ISO 11469 beschlossen.
Kunststoffteile bearbeiten
Kunststoffteile werden in Formen gepresst. Damit sich die Kunststoffmaterialien aufblähen, wird ihnen vor dem Pressen Treibmittel beigegeben. Um die fertigen Teile möglichst einfach aus den Formen entnehmen zu können, müssen die Wände der Formen mit Trennmittel eingesprüht werden. Beim Entnehmen der Teile haften die Trennmittel – meist Silikone oder Wachse – sehr stark an den Teilen. Sie müssen vor der weiteren Bearbeitung vollständig entfernt werden. Besonders wichtig ist dies bei PUR- Kunststoffen (Polyurethan). Deren Oberfläche ist mit sauberen Tüchern und Kunststoffreinigern abzuwaschen. Anschließend sind die Teile nach dem Ablüften in der Trockenkabine bei 60 C° eine Stunde lang zu Lagern. Mit dem so genannten Tempern werden die Treibmittel aus dem Inneren der Teile entfernt. Dem Tempern folgt nochmals ein Reinigen der Oberfläche mit Antistatik –Reiniger.
Holz im Fahrzeugbau
In der Automobilindustrie wird Holz hauptsächlich in weiterverarbeiteter Form eingesetzt. Zerkleinertes Holz wird mit Bindemittel vermischt und zu Holzwerkstoffplatten verarbeitet.
Im Fahrzeugbau und -ausbau kommen folgende Holzwerkstoffe zum Einsatz:
* Sperrholzplatten
* Spanplatte
* OSB (Oriented Strand Board) Platten
* Schichtstoffplatten
Spezialplatten
Die Platten für Böden von Transportfahrzeugen sind oft mit Kunststoff beschichtet, um die Rutsch- und Verschleißfestigkeit zu erhöhen. Unbeschichtete Platten werden als Verpackungsabdeckungen verwendet.
Schwerentflammbare Platten eignen sich für Schienenfahrzeuge und Sprengstofftransportfahrzeuge.
Stirnwandplatten bestehen aus spezialvergütetem Buchenhartholz und sind eine wirtschaftliche Alternative zu Aluminium-Stirnwänden. Daneben werden verschiedene Spezialplatten für besondere Anwendungen hergestellt. Holzwerkstoffe werden dabei oft mit anderen Werkstoffen kombiniert. So beschichtet man Sperrholzplatten oft mit Aluminium oder verzinktem Stahlblech. Schalldämmplatten werden mit einer Schwerfolieneinlage versehen und zum Beispiel in IC-Hochleistungszügen verwendet. Sperrholz-Schaumkern Verbundelemente dienen als Wärmedämm-Elemente.
Aufgaben zum Lernfeld Nichtmetallische Untergründe
  • 1. Aus welchem Grund werden immer häufiger Kunststoffe im Automobilbau eingesetzt?
  • 2. Nennen Sie Anwendungsbereiche von Kunststoffen im Automobilbau.
  • 3. Kunststoffe werden in verschiedene Klassen unterteilt. Nennen Sie diese.
  • 4. Welche Eigenschaften haben Duroplaste?
  • 5. Was versteht man unter dem Begriff Blends?
  • 6. Wo finden Polystyrolteile im Automobilbau Anwendung?
  • 7. Was bedeutet das Kurzzeichen PUR?
  • 8. Nennen Sie lösungsmittelempfindliche Kunststoffe.
  • 9. Was muss bei der Vorbereitung von neuen Kunststoffteilen beachtet werden?
  • 10. Was wird beim Tempern von Kunststoffteilen erreicht?
  • 11. Warum sollen beim Reinigen auch Antistatic-Tücher eingesetzt werden?
  • 12. Welche Kunststoffteile müssen gekennzeichnet werden?
  • 13. Nennen Sie die Holzwerkstoffe, die im Fahrzeugbau eingesetzt werden.
  • 14. Nennen sie Anwendungsgebiete von Holzwerkstoffen im Fahrzeugbau.
Multiple Choice-Fragen
Eine Antwort ist richtig
15. Wie verhalten sich Thermoplaste bei Erwärmung?
  • a) Sie werden spröder
  • b) sie werden härter
  • c) sie werden leicht verformbar
  • d) sie lösen sich auf
16. Wann spricht man bei einem Kunststoffuntergrund von einem Duroplast?
  • a) wenn der Kunststoff sich bei Temperaturerhöhung leichter verformen lässt.
  • b) Wenn der Kunststoff bei Temperaturerhöhung sich nicht leichter verformen lässt
  • c)Wenn sich der Kunststoff durch Lösemittel anlösen lässt
  • d) Wenn sich der Kunststoff nach Erwärmung auflöst
17. Wodurch kann es bei Kunststoffuntergründen zu Haftungsstörungen kommen?
  • a) Durch zu niedrige Temperaturen beim Beschichten
  • b) Durch zu hohe Temperaturen beim Beschichten
  • c) Durch Trennmittelrückstände auf der Oberfläche
  • d) Durch Lösemittelrückstände
18. Wie lässt sich die Kunststoffart eines Karosserieteiles ermitteln?
  • a) Mit Hilfe der Herstellerinformation und der Kennzeichnung am Kunststoffteil
  • b) Mit Hilfe einer Beschichtungsprobe
  • c) Mit Hilfe von Benetzungsproben
  • d) Mit den Verfärbungstestsets der Hersteller.
19. Bei welcher Temperatur und wie lange soll das Tempern durchgeführt werden?
  • a) Bei 90°C und 20 Minuten
  • b) Bei 30°C und 120 Minuten
  • c) Bei 60°C und 60 Minuten
  • d) Bei 60° C und 20 Minuten
Lösungen zum Lernfeld „Nichtmetallische Untergründe“
  • 1. Geringes Gewicht und korrosionsbeständig
  • 2. Elektrik, Karosserie und Fahrwerk
  • 3. Thermoplaste, Duroplaste, Elastomere
  • 4. Duroplaste (Duromere) sind hart, nicht löslich und nicht schmelzbar
  • 5. Kunststoffkombinationen
  • 6. Als Kfz-Innenteile
  • 7. Polyurethan-Kunststoffe
  • 8. Polystyrol (PS), Polyphenylenoxid (PPO/PS, PPO-PA) Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) Polycarbonat (PC)
  • 9. Treib- und Trennmittel müssen von Teilen vollständig entfernt werden
  • 10. Die Trennmittel der Teile werden in der Trockenkabine bei 60 C° und einer Stunde Lagerung entfernt
  • 11. Kunststoffe laden sich sehr stark auf und ziehen Staub an.
  • 12. Alle Bauteile, die groß genug sind, um eine Kennzeichnung anzubringen
  • 13.
* Sperrholzplatten
* Spanplatte
* OSB (Oriented Strand Board) Platten
* Schichtstoffplatten
14. Fahrzeugbau und Fahrzeugausbau
Lösungen Multiple Choice-Fragen
  • 15. a) Sie werden spröder
  • 16. b) Wenn sich der Kunststoff bei Temperaturerhöhung nicht leichter verformen lässt
  • 17. c) Durch Trennmittelrückstände auf der Oberfläche
  • 18. a) Mit Hilfe der Herstellerinformation und der Kennzeichnung am Kunststoffteil
  • 19. c) Bei 60°C und 60 Minuten

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