Design

Vom Lackdesign leben

Designlackierungen gehören zum Angebotsspektrum vieler Lackierbetriebe. Ein echtes Standbein stellt Lackdesign aber in wenigen Betrieben dar. Doch es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel Danny Schramms „Schrammwerk“ bei Hamburg

Wenn es um Top-Adressen für Designlackierung geht, fällt früher oder später der Name Danny Schramm. Das „Schrammwerk“ in Börnsen bei Hamburg gehört mit aktuell sechs Mitarbeitern zu den wenigen Betrieben, die sich ausschließlich Customizing und Lackdesign verschrieben haben. Inhaber Danny Schramm ist kreativer Kopf, Fahrzeuglackierer, Social-Media-Profi – und nicht zuletzt Weltreisender in Sachen Lackdesign.

Danny, wie bist Du zum Lackdesign gekommen?

Ich habe vor etwa 25 Jahren mein erstes Airbrushset bekommen und war sofort fasziniert. Damals ging das ja gerade mit dem Lackieren von Handyschalen los, irgendwann hat mich dann jemand gefragt, ob ich ihm seinen Motorradtank gestalten kann, und so kam eins zum anderen.

Mit klassischer Fahrzeuglackierung hattest Du gar nichts zu tun?

Nur dadurch, dass ich mit den Sachen, die ich quasi im Keller des Elternhauses gebrusht habe, für den Klarlackauftrag zum Lackierer gegangen bin. Irgendwann wollte ich diesen Teil des Jobs aber auch beherrschen und habe eine Fahrzeuglackiererlehre gemacht.

Nun ist Designlackierung ja auch Bestandteil der Ausbildung, und viele Lackiererbetriebe werben mit solchen Arbeiten. Wie viele, denkst Du, haben hier ein echtes Standbein?

Keine fünf Prozent, würde ich sagen …

Nur für wenige Lackierer ist Lackdesign ein echtes Standbein

Warum so wenig?

Wenn Du im Tagesgeschäft richtig drinsteckst, hast Du zu wenig Zeit, um gestalterisch richtig gut zu werden. Und umgekehrt: Ist ein Mitarbeiter gestalterisch ziemlich gut, dann ist die Gefahr groß, dass er sich selbstständig macht. Trotzdem ist es richtig, Designlackierung anzubieten, wenn man an dem Thema Interesse hat, Es gibt ja die Möglichkeit, mit Spezialisten zu kooperieren. Außerdem würde ich die imagefördernde Wirkung des Themas Lackdesign nicht unterschätzen.

Was braucht es, um aus Lackdesign wirklich ein Standbein zu machen?

Erstens das Können, zweitens musst Du Dir einen Namen machen, die Kommunikationsmaschine anwerfen, je nach Szene zu Treffen gehen, auf Messen sein, in den Fachtiteln erscheinen.

Wie kalkulierst Du Designaufträge?

Genau das werde ich komischerweise extrem häufig per Mail oder über soziale Netzwerke gefragt.

Social Media hat im Lackdesign große Bedeutung

Warum komischerweise?

Weil wir nicht über ein Hobby sprechen. Ich habe einen Betrieb, Anlagen, Mitarbeiter, ich möchte ordentlich versichert sein. Da muss ich eben ganz normal die relevanten Faktoren zusammennehmen und einen Stundensatz errechnen. Etwas anderes ist es, diesen Preis dem Kunden zu erklären. Aber da hilft es, sehr transparent Arbeiten zu zeigen, den Aufwand zu erklären und Alternativen aufzuzeigen.

Du sagtest, man muss sich eine Namen machen – welche Rolle spielen dabei Social Media?

Eine überragende, nicht zuletzt deshalb, weil sich der Job auch verändert hat. Früher ging es nur darum, gute Arbeiten zu machen und sie zu verkaufen. Heute steht bei mir, aber auch bei vielen anderen Lackdesignern und Airbrushern, das Erstellen der Arbeiten, der Prozess selbst, stärker im Fokus.

Was bedeutet das?

Eine der Aktionen, von denen wir heute leben, besteht zum Beispiel darin, auf einer Automesse, sagen wir mal, in Dubai, ein spektakuläres Airbrush auf einem extrem exklusiven Auto zu machen. Der Verdienst durch die Airbrusharbeit selbst ist hier nur Nebenprodukt. Viel interessanter ist es, sich für solche Geschichten Sponsoren aus der Branche zu suchen, das ganze zu filmen, zu kommunizieren, weltweit – und da landen wir wieder beim Thema Social Media.

Wo sind Designarbeiten besonders gefragt? Ist die Motorradszene noch der Hauptkunde? Oder spielen Showtrucks eine Rolle?

Die Harley-Szene war mal attraktiv. Da wurde bei spektakulären Umbauten der Wert der Lackierung mit zehn Prozent des Fahrzeugwerts veranschlagt – und der konnte schon mal 100.000 Euro betragen. Die Zeiten sind aber vorbei, weil Du durch TÜV und Abgasnormen solche Fahrzeuge heute kaum mehr auf die Straße bekommst. Bei Lkw kann eine gute Designlackierung locker zwei Wochen dauern. Aber Speditionen, die den Preis für eine solche Lackierung bezahlen und das Fahrzeug auch noch zwei Wochen entbehren können, sind rar. Momentan sieht es sogar so aus, als ob das klassische Custompainting, die Individualisierung von Pkw, wieder im Kommen ist.

Das heißt, um mit Lackdesign erfolgreich zu sein, ist auch eine gewisse Flexibilität gefragt?

Auf jeden Fall – einige der besten Airbrusher, die ich kenne, sind heute
Tätowierer. mr ■

www.schrammwerk.com


Danny Schramm

„Social Media spielen im Bereich Designlackierung

eine überragende Rolle“

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