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Plädoyer für den Luftpinsel

Design
Plädoyer für den Luftpinsel

Airbrush-Artist Marcus Eisenhuth setzt sich dafür ein, dass diese Fertigkeit auch in der Lackiererausbildung wieder stärker zu Ehren kommt.

Die Airbrush-Szene und die Lackierbranche sind praktisch zwei getrennte Welten. Das war nicht immer so, weiß Marcus Eisenhuth, Airbrusher von Weltruf und Inhaber von Berlin Airbrush. „Eigentlich ist der Kern der Tätigkeit, nämlich Lack mit einer Pistole und Druckluft auf Metall zu bringen, beim Brushen eines Tanks nicht so viel anders als beim Lackieren einer Autotür. Natürlich ist die Aufgabenstellung eine ganz andere“, meint Marcus Eisenhuth, „aber schaden kann es auf keinen Fall, wenn ein Lackierer weiß, wie gestalterische Grundtechniken – zum Beispiel das Setzen eines Schattens oder eines Highlights – funktionieren.“ Doch selbst an der Berufsschule, wo gestalterische Aufgaben Teil des Lehrplans sind, steht Airbrush nicht immer hoch im Kurs.

Wenig Wissen über Airbrush

„Da wird, wenn es um Design geht, sehr viel geplottet und geklebt“, hat Marcus Eisenhuth erfahren, der selbst an der Wilhelm-Ostwald-Schule in Berlin Airbrush-Kurse im Rahmen der Technikerausbildung gibt. „In Sachen Airbrush ist dagegen während der letzten Jahre viel Wissen verloren gegangen, sodass man manchen Schülerinnen und Schülern erst einmal erklären muss, was das ist. Und es gibt durchaus auch angehende Lackierer, die sagen: Das ist nichts für mich, das werde ich nie wieder brauchen. Aber ganz ehrlich: Wenn ich in einem Beruf wie Lackierer tätig bin, dann muss ich doch eine gewisse Affinität zur Kunst mitbringen …“

Lackiererwissen kompakt

Nicht nur Marcus Eisenhuth, auch Jörg Warzyceck, Geschäftsführer von Createx, einem führenden europäischen Importeur und Großhändler für Airbrush-Produkte, sieht im Malen mit dem „Luftpinsel“ eine sinnvolle Ergänzung zum Lackiererberuf – zumal während der Ausbildung. „Wir unterstützen die Schulprojekte, die von uns unterstützte Künstler wie Marcus Eisenhuth realisieren. Gerade der Fahrzeuglackiererberuf ist immer stärker von digitalen Prozessen geprägt – zum Beispiel, wie sich der Weg zum Farbton entwickelt hat. Es ist gut und wichtig, erst mit dem Spektro auszumessen und dann womöglich noch computergesteuert die richtigen Komponenten auszumischen. Ein bisschen praktisches Wissen über Farben, darüber, wie man sie erkennt, ausmischt und im Zweifel auch mal abtönt, droht da aber auch verloren zu gehen.“ Airbrush betrachtet er als gute Möglichkeit, um Lackiererwissen kompakt, risikofrei und mit geringem Aufwand bereits sehr früh in der Ausbildung ganz praktisch anzuwenden.

„Für Fahrzeuglackierer bedeutet Airbrush oft, dass da halt mal ein Bildchen gemalt wird“, ergänzt Marcus Eisenhuth. „Aber Airbrush ist mehr. Auch hier gibt es, je nach Untergrund, Haftvermittler, Füller, Primer. Und nicht zu vergessen: Tiefe und Leben bekommen auch die meisten Arbeiten erst, wenn der Klarlack aufgetragen ist.“ mr■

www.berlin-airbrush.de


Jörg Warzyceck

„Airbrush vermittelt ganz unkompliziert Wissen darüber, wie man Farben erkennt, ausmischt und im
Zweifel auch mal abtönt.“

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