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Farbtonabweichungen – ein Problem mit vielen Ursachen

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Farbtonabweichungen – ein Problem mit vielen Ursachen

Farbtonabweichungen sind im Reparaturfall ein immer wiederkehrender Diskussionspunkt. Selbst fabrikneue Fahrzeuge weisen Farbtonunterschiede auf, die aber in der Regel harmonisch ineinander übergehen, so dass der Unterschied nicht wahrzunehmen ist. Das Institut für Fahrzeuglackierung hat in Zusammenarbeit mit dem VDA Arbeitskreis für Zeitermittlung und Dipl-Ing. Gregor Brans, Beiratsmitglied im IFL, die möglichen Ursachen für Farbtonabwichungen zusammengestellt.
Ein Lackierfachmann muss zur Zufriedenheit seiner Kundschaft die Reparatur so durchführen, dass das menschliche Auge den Farbtonunterschied zu den angrenzenden Flächen nicht wahrnimmt. In § 249 BGB steht: „Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatze verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre.“ Wie der Lackierfachmann die Reparatur nahezu unsichtbar durchführen kann, hat er bereits in seiner Ausbildung und in Seminaren der Lackhersteller gelernt. Jeder kennt mögliche Ursachen für Farbtonabweichungen in seinem unmittelbaren Arbeitsbereich. Die übrigen Abweichungsgründe sind oft nicht bekannt. Hintergrundwissen vermeidet Fehler und damit Nacharbeiten.

Fehlerquellen in der Serie

Ein großer Teil der Farbtonprobleme, mit denen Reparaturlackierer zu kämpfen haben, hat seine Ursache in den Produktionsbedingungen der Serienlackierung, wo unterschiedliche Applikationsverfahren, Technologien, Anlagen und Standards anzutreffen sind. Die Roboterspritztechnik führt z.B. dazu, dass an Neufahrzeugen bis zu sieben Farbnuancen am Fahrzeug vorhanden sein können (von vorne bis hinten und von unten bis oben). Nicht deckend lackierte Fahrzeuge, bei denen die Füllerschicht durch den Decklack scheint, können bei der Reparaturlackierung nicht reproduziert werden und sind für den Reparaturlackierer Problemfälle.
Weitere Risikofaktoren sind:
  • Takt- und Unterbrechungszeit (Pausen, Störungen, Schichtende)
  • Anlagenabhängiges Verarbeitungsklima
  • Schwankungen des Luftdruckes in der Druckluftanlage
  • Veränderung oder Verschmutzung des Lackmaterials in der Ringleitung
  • Unterschiedliche Produktionsstandorte
  • Bandgeschwindigkeit

Fehlerquellen in den Materialien

In der Serienlackierung wird HS-, MS- und herkömmliches Lackmaterial als Wasser- oder Lösemittellack eingesetzt. Auf dem Vormarsch befinden sich auch Pulverlacke.
Jede Charge eines Basislackes kann theoretisch mit anderen Pigmenten hergestellt worden sein. So können zum Beispiel viele Grüntöne aus Grünpigmenten oder aus gelben und blauen Pigmenten hergestellt werden, die Qualität der Pigmente kann besonders bei den aus der Natur abgebauten Materialien stark abweichen.
Unterschiede gibt es auch bei den Materialien der Effektgeber (Kristalle, Metalle), in der Größe und in der Form.
Die Anzahl der Lackschichten kann ebenfalls variieren. Eine dreischichtige Neuwagenlackierung muss unter Umständen im Zweischichtverfahren repariert werden. Eine wichtige Rolle spielt auch der Untergrundfarbton. Ein abweichender Farbton der Grundierung oder des Füllers führt im Reparaturfall zu höheren Schichtdicken, um den Fleck unsichtbar abzudecken.

Fehlerquellen in der Werkstatt

Applikationstechniken und Applikationsgeräte beeinflussen den Farbton einer Reparaturlackierung sehr stark. Reparaturlackpistolen mit unterschiedlicher Funktionsweise – hier spielen Begriffe wie „HVLP“, „RP“ oder „TransTech“ eine Rolle, können zu unterschiedlichen Lackierergebnissen führen. Wichtig ist auch, dass die Spritzgeräte den Angaben des jeweiligen Lackherstellers entsprechend eingestellt werden. Bei der Applikationstechnik ist auf den richtigen Abstand zum Objekt zu achten.
Einfluss auf den Farbton hat auch die Auswahl des Härters (normal, schnell, langsam), ebenso wie der Anteil des Verdünners. Stärker noch als in der Fahrzeugserie, wo die technischen Einflussmöglichkeiten größer sind, sind bei der Reparaturlackierung die klimatischen Bedingungen zu berücksichtigen. Lufttemperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit können die Farbton- und Effektausprägung beeinflussen.
Als problematisch kann sich schließlich auch die Oberflächenstruktur des zu beschichtenden Objekts erweisen. Oberflächenkratzer, Auskreidungen und andere Pigmentveränderung, etwa durch das UV-Licht der Sonne, führen zu Farbtonveränderungen, die in der Reparaturlackierung nur mit Mühe ausgeglichen werden können. Auch unterschiedliche Substrate (Kunststoff, Stahl, Alu …) können dazu führen, dass Farbton- und Effektausprägung Schwankungen unterworfen sind.
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