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Echte Nische: Motorradfolierung beim Folienwerk

Janine Strünker vom Folienwerk füllt mit Motorradfolierung eine Marktnische
Des Fahrzeugs neue Kleider

Janine Strünker hat sich mit ihrem Folienwerk einen Traum erfüllt und mit der Motorradfolierung eine echte Nische entdeckt.

Ducati, Suzuki, Kawasaki – sie hatte alle schon in den Händen. Von Rallyestreifen über Schriftzüge bis zu verspielten Mustern, von der Teil- bis hin zur Vollfolierung bietet Janine Strünker ihren Kunden die ganze Bandbreite an Möglichkeiten an, und kleidet Fahrzeuge in außergewöhnliche Designs. Auch Pkw oder Wohnwagen steckt sie in neue Gewänder, doch ihre Leidenschaft und der Fokus liegt ganz klar auf der Motorradfolierung.

Per Zufall zur Motorradfolierung

Zur Motorradfolierung ist sie über den Rennsport gekommen: „Ich bin unglaublich gerne auf der Rennstrecke. Meinen Führerschein habe ich schon früh gemacht, in meiner Familie fahren sehr viele Motorrad.“ Aus dieser Leidenschaft heraus hat sich nach der Ausbildung zur Foliererin bald herauskristallisiert, wohin die Reise geht. Und mit ihren gerade mal 28 Jahren hat sie sich in der Szene mittlerweile einen Namen gemacht. Trotz großer Bekanntheit und guter Auftragslage betreibt sie ihr Folienwerk in Calw ganz allein, und das hat seinen guten Grund, wie sie uns bei einem Besuch erzählt: „Ich wollte nie groß werden oder auf Masse arbeiten. Ich habe einen sehr hohen Anspruch an meine Arbeit und diesen Standard möchte ich halten.“

Gefragt und gejagt

In ihrer Heimat Bergisch Gladbach hat Janine nach dem Abitur die Ausbildung zur Foliererin absolviert. „Fahrzeuglackierung hätte mich auch sehr gereizt“, erzählt sie und lacht, „doch die ganzen Vorarbeiten, das Schleifen und Spachteln – das wäre mir dann doch vielleicht etwas zu staubig gewesen.“ Noch während ihrer Ausildung zur Foliererin hat sie sich selbstständig gemacht. Rückblickend erkennt sie, wie mutig das war. Zu Beginn arbeitete sie zusätzlich bei einer Firma im Bereich des DTM-Rennsports und durfte dabei einen ganz anderen Workflow kennen-lernen: „Rennsport bedeutet letztendlich immer am Wochenende arbeiten, teilweise auch mal 20 Stunden am Stück. Doch der Zusammenhalt im Team und die Wertschätzung waren einfach da.“

Kunden aus ganz Deutschland

Vor einigen Jahren zog sie mit ihrem Folienwerk von Bergisch Gladbach nach Calw in Baden-Württemberg. Weg aus der Heimat und auch weg vom bekannten Kundenstamm – auch dies ein sehr mutiger Schritt. Die anfänglichen Bedenken haben sich jedoch schnell gelegt, denn nicht nur ihre bestehenden Kunden sind ihr treu geblieben. Mittlerweile kommen ihre Kunden ohnehin aus ganz Deutschland und den Nachbarländern.

Folie oder Lack?

Die Frage stellt sich immer wieder von Neuem. Um jeden glücklich zu machen, geht Janine sehr offen mit Kunden um. Und sie gesteht selbst: „Es gibt nichts Schöneres als eine gut ausgeführte Lackierung.“ Doch gerade bei ausgefallenen Designs oder dem Wunsch nach Rückrüstbarkeit ist eine Folierung einfach die bessere Alternative. Es sei ein Abwägen von Kosten und Aufwand. „Gepäckträger etwa oder ein Kühlergrill müssten für eine Lackierung komplett demontiert werden. Das vergrößert den Aufwand stark.“

Und es ist auch wichtig zu wissen, welche Teile oder Materialien foliert werden können. Die Folie muss halten und den Anforderungen gerecht werden. Teile, die zu sehr gebogen sind oder Kunststoffschweller am Auto eignen sich nicht für eine Folierung.“ Das vermittelt sie ihren Kunden auch ganz offen und rät je nach Einzelfall auch zu einer professionellen Lackierung.

Schrittweise annähern

Das Motorrad war schon immer ihr Ding, erzählt Janine. Aber erst mit der Zeit wuchs die Erkenntnis, dass im Geschäft mit der Motorradfolierung richtig viel Potenzial steckt, nicht zuletzt, weil es anders als bei der Pkw-Folierung wenig Konkurrenz gibt. „Einen Entwurf für die Motorräder gibt es bei mir eigentlich nicht.“ Die Vorstellungen der Kunden sind laut Janine meist wenig präzise. „Ich spreche im Vorfeld jedoch sehr genau mit den Leuten und erkenne schnell, in welche Richtung es gehen soll. Ich erfrage gewisse Details, Schriftzüge, Sponsorenlogos und natürlich die Farbtöne.“ Mit diesen Infos macht sich die Foliererin dann meistens schon ans Werk und vertraut auf ihre Erfahrung und ihr kreatives Gespür. „Ich foliere dann eine Seite des Motorrads komplett und schicke den Kunden Fotos oder sie kommen persönlich vorbei und schauen sich die Arbeit an.“ 99 Prozent der Kunden sind zu diesem Zeitpunkt bereits von ihrem Konzept überzeugt.

Können und Routine

Das Arbeiten an Zweirädern unterscheidet sich enorm vom Arbeiten an Autos. Es handelt sich um kleine Flächen. Viele Bauteile weisen Krümmungen und Rundungen auf, die eine präzise Bearbeitung und viel Erfahrung verlangen. Die größte Herausforderung sieht Janine darin, alles so zu folieren, dass es auch dauerhaft hält. „Beim Motorrad liegen viele Schrauben auf dem Bauteil auf. Man muss viele mechanische Faktoren beachten wie den Druck vom Spiegel auf das Verkleidungsteil oder die Abwärme des Motors. Und man muss wissen, an welchen Bereichen keine Spannung auf der Folie liegen darf.“ Manche Motorräder sind von ihrer Verkleidungsart sogar so komplex, dass die Foliererin lieber die Finger davon lässt.

Mit Spaß und Leidenschaft

In ihrem Folienwerk läuft es gut, beinahe „zu gut“ wie die Foliererin mit einem Lächeln gesteht: „Aus diesem Grund möchte ich mich wieder ein bisschen verkleinern. Ich wollte der hohen Nachfrage gerecht werden und habe mich damit beinahe übernommen.“ Jetzt will sie wieder etwas kürzertreten und hat „die Notbremse“ gezogen. „Ich möchte dieser Arbeit mit Spaß und Leidenschaft nachgehen und sie nicht als Stress empfinden.“ eb ■

www.folienwerk-js.de


Für eine Designfolierung muss man
bei Janine zwischen 700 und 800 Euro ausgeben. Eine Vollfolierung kann schon mal bei 1.500 Euro liegen. (Fotos: Evelyn Becker)

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