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Sprühfolie oder Autolack zum Abziehen

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Autolack zum Abziehen

Mit PCP stellt Danny Schramm eine ablösbare Beschichtung vor, die für Lackierer viele Marktchancen eröffnet. Ist das Sprühfolie? Nein – Autolack zum Abziehen …

Nein, Sprühfolie möchte Danny Schramm, Inhaber des „Schrammwerk“ in Börnsen bei Hamburg, sein neues Produkt nicht nennen. „Erstens sind wir keine Sprüher, sondern Lackierer, und zweitens ist das, was nachher auf dem Auto ist, keine Folie, sondern Lack – nur eben zum Abziehen.“

PCP steht für „Peelable Car Paint“, abziehbarer Autolack. Er bietet gegenüber auf dem Markt befindlichen vergleichbaren Produkten entscheidende Vorteile, wie Danny Schramm betont. „Das Problem bei vielen Sprühfolienprodukten besteht darin, dass die Balance zwischen guter Haftung und leichter Ablösbarkeit nicht stimmt. Ähnlich ist es bei klassischer Autofolie, wo die Kleberschicht durch das Aufheizen und Abkühlen der Karosserie im Lauf der Zeit oft versprödet, sodass die Folie nur noch ganz schwer rückstandsfrei entfernt werden kann. Unser PCP lässt sich dagegen, wenn man es korrekt verarbeitet hat, auch nach Jahren noch perfekt ablösen.“

Von Haus aus transparent

Bei PCP handelt es sich um eine transparente Beschichtung, mit der man, je nach persönlicher Arbeitsweise, in vier bis fünf Lackiergängen eine Filmschichtdicke von etwa 150 µm aufbaut. Vorher klebt man  das Fahrzeug, ähnlich wie bei einer Reparaturlackierung, ab. Die zu beschichtenden Stellen werden gründlich gereinigt, aber nicht mattiert. „Wir empfehlen für die Applikation eine normale Decklackpistole mit 1er oder 1,2-er-Ringdüse“, erklärt Danny Schramm. „Die erste Schicht muss etwas länger, rund 20 Minuten, trocknen. Für die nächsten Schichten reichen etwa zehn Minuten.“ Nach der Trocknung wird diese Beschichtung dann mit einem eigens für diesen Zweck modifizierten, schnell trocknenden – und natürlich VOC-konformen – Klarlack versiegelt.

Sprühfolie als unkomplizierter Steinschlagschutz

Damit erhält man bereits einen komplett transparenten, extrem widerstandsfähigen Steinschlagschutz. Oder aber eine perfekte Grundlage für kreative Experimente aller Art. „Die häufigste Anwendung von PCP würde ich im Steinschlagschutz sehen“, erläutert Danny Schramm. „Mit diesem Angebot kann ich Halter von besonders hochwertigen Fahrzeugen, aber auch Flottenbetreiber und Leasingfirmen ansprechen. Gegenüber Folie haben wir klare Vorteile – zum Beispiel an den Kanten.“ Eine Besonderheit von PCP: Das Material kann mit Basislack in jedem beliebigen Farbton eingefärbt werden.

Beliebig einfärbbar

Damit sind zum einen komplette Farbwechsel möglich, zum anderen besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Steinschlagschutz-Beschichtung bereits vorhandene Lackdefekte zu kaschieren. PCP wird in diesem Fall dosiert und eingesetzt wie ein Binder, der dem Basislack zugesetzt wird. So unkompliziert PCP im Einsatz ist, einige Dinge gibt es bei der Verarbeitung zu beachten, um sichere Ergebnisse zu haben. Aus diesem Grund sieht Danny Schramm PCP im Lackierfachbetrieb an besten aufgehoben und legt großen Wert auf eine – obligatorische – Produktschulung. Zu diesem Zweck wird das Schrammwerk zum PCP-Schulungszentrum ausgebaut.

Offener Markt: Sprühfolie als Steinschlagschutz für Lackierer

Etwa fünf Stunden Arbeitszeit würde Schramm für ein Fahrzeug der Golf-Klasse veranschlagen. „Zusammen mit dem Material haben wir für einen kompletten Steinschlagschutz mit PCP
einen Preis von etwa 1.500 Euro errechnet. Das Marktvolumen für Steinschlagschutz beläuft sich sind insgesamt weltweit auf knapp zwei Milliarden Dollar“, weiß Danny Schramm. „Bislang war dies ausschließlich dem Folierer vorbehalten. Der Fahrzeuglackierer kam erst ins Spiel, wenn beim Folieren irgendetwas schief gelaufen ist, zum Beispiel, wenn beim Abziehen der Folie der Originallack gerissen war.“ Das könnte sich mit einem Produkt wie PCP ändern. „Heute kann das für Lackierer ein Zusatzgeschäft darstellen, in fünf Jahren wird es zum Kerngeschäft gehören“, ist Danny Schramm überzeugt. „Klassische Fahrzeugschäden werden mit Sicherheit zurückgehen, aber Steinschläge wird es immer geben – und kreative Farbwechsel auch.“ mr■

www.schrammwerk.de

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