„Gemeinsam Veränderungen als Chance begreifen“ – Cromax-Partner treffen sich in Potsdam

Zum Five Star Partnermeeting erlebten rund 100 Teilnehmer Mitte Mai am Schwielowsee ein umfangreiches, spannendes Programm. Erstmals begrüßte Thomas Weppner, der im Januar die Vertriebsleitung von Cromax übernommen hat, die Five Star Partner. „Chang/ce“, also Change/ Chance, lautete das Motto der Veranstaltung – eine Anspielung darauf, dass jeglicher Veränderung, sei sie im Betrieb oder im Markt, auch immer neue Chancen innewohnen. Betriebe dabei zu unterstützen, diese Chancen zu erkennen und zu ergreifen, steht für den neuen Business Director im Fokus. „Ich bin einer von Ihnen“, wandte sich Thomas Weppner gleich zu Beginn direkt an die Betriebsinhaber. „Wir konzentrieren uns täglich auf das wichtigste – auf unsere Kunden.“ Oberste Priorität habe für ihn deshalb, die Partnerbetriebe und damit auch das Five Star Netzwerk weiter voran zu bringen.
Europaweit gehören derzeit 1.100 Betriebe zu Five Star. In Deutschland sind es um die 70 Werkstätten. Um sich gemeinsam als Netzwerk noch besser aufzustellen, seien der persönliche Austausch und auch die fachliche Horizonterweiterungen wichtige Faktoren. So ging es in den Vorträgen während des Five Star Partnertreffens unter anderem um die Themen E-Mobilität und Fahrerassistenzsysteme, um den Zugang zu Herstellerdaten, um prozesseffiziente digitale Lagerverwaltung sowie um zeitgemäße Mitarbeiterführung. Weitere Themen waren die Zukunft der Schadensteuerung sowie die Aufdeckung von Fälschungen bei Oldtimern.
Für mehr Prozesseffizienz stellte Ulrich Bathke, Online Business Development Manager bei Axalta Coating Systems, den Teilnehmern ChromaStorage vor. Das Softwaresystem ermöglicht es Karosserie- und Lackierbetrieben, ihre Lagerbestände rein digital – durch Ein- oder Ausscannen des Lagerbestandes – zu verwalten. „Neben den Cromax-Produkten lassen sich auch Fremdartikel in dem System anlegen. ChromaStorage ermöglicht die Verwaltung von bis zu 50 Lägern – inklusive jeweiliger Kostenstellen und Versandadressen. Pro Lieferant kann der Betrieb somit beispielsweise ein separates Lager anlegen“, erklärte Ulrich Bathke. Der aktuelle Bestand eines jeden Artikels wird permanent gegen den vorgegebenen Mindestbestand abgeglichen. Wird dieser unterschritten, landet der Artikel automatisch auf der Bestellliste. Diese braucht der zuständige Mitarbeiter dann nur einmal zu bestätigen, um eine Bestellung auszulösen. Darüber hinaus lassen sich mit dem Programm auch Barcodes erstellen und Haltbarkeitsdaten, beispielsweise von selten genutzten Mischlacken, hinterlegen. „ChromaStorage unterstützt den Betrieb dabei, Zeit bei der Lagerverwaltung zu sparen – und damit bares Geld. Denn eine Inventur kann jederzeit auf Knopfdruck erfolgen – und die übrige Zeit steht dem Mitarbeiter für produktivere Tätigkeiten zur Verfügung, die er als Stunden verkaufen kann.“
Um ein prozesseffizienteres Arbeiten ging es auch im Beitrag von Thomas Weppner. Er lobte – stellvertretend für die Cromax-Zentrale – einen Prozess-Oskar aus. OSKAR steht dabei für Ordnung, Struktur, Konsequenz, Anwendung und Rentabilität. Five Star Betriebe können Ihre Vorschläge für Maßnahmen im eigenen Unternehmen, die Prozesse nachhaltig verbessern und dadurch Zeit und Geld sparen, Ärger vermeiden und die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Kunden steigern, in Bild und Film festhalten und bis zum 5. Juli an das Five Star Service Center senden. Eine Jury wird die Ideen sammeln, auswerten und auf dem Partnermeeting im kommenden Jahr präsentieren.
Um die Reparatur von Elektrofahrzeugen sowie um das Lackieren von Autos mit Fahrerassistenzsystemen ging es im Vortrag von Helge Kiebach von Kraftfahrzeugtechnischen Institut (KTI). Der Experte wies unter anderem darauf hin, wie durch das Überlackieren von Sensoren die Funktionsfähigkeit von Fahrerassistenzsystemen beeinträchtigt werden kann. Darüber hinaus gab er einen Einblick, welche Besonderheiten Betriebe beachten sollten, wenn sie Elektrofahrzeuge im Betrieb reparieren – und vor allem, welche Befähigungen und Qualifikationen die Mitarbeiter vorweisen müssen, um überhaupt Arbeiten an E-Fahrzeugen durchführen zu können. Der freie Zugang zu Herstellerdaten war Thema des Vortrags von Ralf Galow. Der Journalist und Betreiber des Online-Netzwerks IAM-NET.eu stellte sein Netzwerk für unabhängige Kfz-Unternehmer vor. Dieses hat es sich zur Aufgabe gemacht, Werkstätten dabei zu unterstützen, barrierefreien Zugang zu Herstellerdaten zu erhalten. „Ohne die Herstellerdaten ist die Reparatur für Betriebe ein kompletter Blindflug“, verdeutlichte Ralf Galow die Dringlichkeit, für Werkstätten Voraussetzungen zu schaffen, um Zugang zu den nötigen Daten zu erhalten. „Die Komplexität und der Aufwand bei der Reparatur moderner Fahrzeuge wächst stetig. Es können nur die Betriebe mit dem Markt Schritt halten, die vollständigen Zugriff auf die Herstellerdaten haben“, führte er aus.
Mit der Zukunft der Schadensteuerung und deren Auswirkung auf Karosserie- und Lackierbetriebe beschäftigte sich Karsten Stöcker, Netzwerke Manager von Axalta Coating Systems. „Netzwerke wie Five Star werden in Zukunft eine noch stärkere Rolle spielen, um Betriebe dabei zu unterstützen, sich gegen wachsende Ketten zu behaupten und sich im Geschäft mit Versicherungen und Flotten profitabel aufzustellen“, betonte Karsten Stöcker. Mit der Online-Plattform RepScore.net liefere Five Star seinen Mitgliedsbetrieben ein wertvolles Tool, um die eigene Präsenz bei diesen Großkunden zu stärken.
Um das Thema Mitarbeiterführung ging es bei Cornelia Beckmann. Die Trainerin, die Betriebsinhabern und Führungskräften regelmäßig in Seminaren Schliff bei Themen rund um die Mitarbeiterkommunikation verleiht, stellte klar: „Angestellte bewerben sich auf eine Stelle im Unternehmen – aber verlassen letztendlich nicht die Firma, sondern den Chef.“ Ein gutes Verhältnis zum Team, regelmäßige Feedback-Gespräche sowie echte Wertschätzung seien somit entscheidende Faktoren dafür, dass Mitarbeiter motiviert sind und dem Unternehmen treu bleiben – „besonders in Zeiten des Fachkräftemangels ein Argument, das Betriebe in jedem Fall ernst nehmen sollten“, betonte Thomas Weppner, der moderierend durch die einzelnen Programmpunkte führte.
Spannend wurde es auch beim Vortrag von Sebastian Hoffmann vom Institut für Automotive Forensik. Der Sachverständige gewährte den Teilnehmern einen Einblick in die kriminalistisch anmutende Arbeit, um Fälschungen an Oldtimern aufzudecken und vermeintlich 100 Jahre alte Fahrzeuge als gerade einmal fünf oder zehn Jahre alte Neu-Aufbauten zu enttarnen.
Im Rahmen der Veranstaltung hatten die Five Star Betriebe Gelegenheit, sich in einer Ausstellung über die neuesten Trends an Werkstattausrüstung zu informieren und mit den Ausrüstern ins Gespräch zu kommen. Eine Stadtrallye durch Potsdam rundete das zweitägige Partnertreffen ab. Cromax Business Director Thomas Weppner zeigte sich rückblickend sehr zufrieden: „Es war eine sehr gelungene Veranstaltung – mit intensiven Gesprächen, spannenden Themen und motivierten Five Star Partnern. Gute Voraussetzungen also, um als starke Gemeinschaft den Veränderungen im Markt zu begegnen und daraus resultierende Chancen zu nutzen.“