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Beim ersten Camp-Treffen wurde auch über den Tellerrand hinausgeblickt. Dazu gehören verschiedene Teambuildung-Übungen.Foto: Standox

Zweite Auflage des Standox Camps gestartet

Ein Kunde betritt die Werkstatt und schaut sich suchend um. Kein Meister, kein Geselle weit und breit – nur der Auszubildende ist da. Und da kommt der Kunde auch schon forschen Schrittes auf ihn zu, um sein Anliegen zu besprechen. Was nun? Wie kann der Azubi reagieren, um dem Kunden ein positives Gefühl zu vermitteln, ohne seine fachlichen Kompetenzen zu überschreiten? – Im Rhetorikkurs des Standox Camps spielten die Teilnehmer diese Situation durch. Und es zeigte sich schnell, dass die Aufgabe schwieriger war als gedacht. Einige Teilnehmer zeigten Nerven: Sie vermieden den offenen Blickkontakt mit ihrem Gegenüber, die Stimme wurde unsicher und nach einer Weile immer leiser, ihre Körperhaltung verkrampfte. „Natürlich war diese Situation konstruiert. Aber sie ist durchaus vorstellbar“, erklärte Rhetorik-Coach Helmut Kutschbach. „Es ging gar nicht so sehr um das, was die Teilnehmer gesagt haben, sondern in erster Linie um das Wie: Wie schaffe ich es durch mein Auftreten, dass der Kunde sich im Betrieb gut aufgenommen und aufgehoben fühlt?“ Das zweitägige Rhetoriktraining war Teil des ersten Camp-Treffens, an dem Ende Juni zwölf Lackierer-Auszubildende aus ganz Deutschland teilnahmen. Es ist bereits die zweite Auflage des Camps, die erste fand zwischen 2013 und 2015 statt. „Es geht uns nicht primär umsLackieren“, betont Andreas Keller, Leiter des von Standox initiierten Reparaturnetzwerks Repanet, der das Camp-Konzept maßgeblich mitentwickelt hat. „Wir wollen den Teilnehmern Fähigkeiten und Werte vermitteln, die in keinem Ausbildungsplan stehen: Selbstbewusstsein, Zielstrebigkeit, Kommunikations- und Teamfähigkeit, sicheres Auftreten und ein Bewusstsein für das, was möglich und erreichbar ist.“